• 0228 955 0220

Vor- und Nachteile einer UG – wissenswerte und hilfreiche Details

© kebox/stock.adobe.com/Fotolia
UG, Vorteile Gründung

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) wird in Kurzform als UG bezeichnet. Viele kennen sie auch unter den Begriffen Mini-GmbH oder als 1-Euro-GmbH. Außerdem stellt die Unternehmergesellschaft keine eigene Rechtsform dar und ist lediglich eine Variante der bekannten und beliebten GmbH. Diese Rechtsform ist vor allem für alle Gründer und Unternehmer geeignet, die Wert auf eine Beschränkung vom Haftungsrisiko legen, obendrein aber mit einem deutlich niedrigeren Stammkapital starten wollen, als dies bei einer GmbH möglich ist.

Wie ist die UG entstanden?

Die Möglichkeit, eine Unternehmergesellschaft zu gründen, besteht seit dem Jahre 2008. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein Gesetz zur Modernisierung des bestehenden GmbH-Rechts eingeführt. Es wurde damals auch einem wahren Boom an Limited-Gründungen entgegengewirkt. Diese Limited, eine englische Variante der haftungsbeschränkten Kapitalgesellschaft, konnte man mit einem englischen Pfund Stammkapital gründen.

Deshalb entschloss man sich in Deutschland, eine einfache Variante der GmbH zu schaffen. Die GmbH setzt ein Mindest-Stammkapital von 25.000 Euro voraus, was manchem Gründer einfach zu viel war. Mit der Unternehmergesellschaft konnte man dann sein Unternehmen gründen und brauchte dafür als Stammeinlage mindestens einen Euro und maximal 24.999 Euro.

Die Vorteile einer Unternehmergesellschaft

Wie jede andere Unternehmensform gibt es auch bei der Unternehmergesellschaft Vor- und Nachteile.

Vorteile sind:

  • Die Haftungsbeschränkung ist auf das Vermögen der Gesellschaft begrenzt. Außerdem bleibt jegliches Privatvermögen der Gesellschafter von der Haftung ausgeschlossen.
  • Zur Gründung ist theoretisch nur ein Stammkapital von einem Euro notwendig.
  • Die Gründung einer Unternehmergesellschaft ist relativ günstig. Wird die Gründung mit Hilfe einer gesetzlich festgelegten Mustersatzung vorgenommen, lassen sich im Vergleich zur GmbH einige Kosten einsparen.
  • Die Gründung einer Unternehmergesellschaft ist für alle möglichen Arten von Tätigkeiten, Gewerbe und Dienstleistungen möglich.
  • Sie unterliegt immer der Körperschaftssteuer. Dies bedeutet, dass gegenüber der Einkommenssteuer bei natürlichen Personen oft mit günstigeren Steuersätzen zu rechnen ist.
  • Verzichtet man bei einer Gründung auf den Mustersatz, besteht die Möglichkeit, den Gesellschaftervertrag variabel zu gestalten.
  • Eine einzige Person darf eine Unternehmergesellschaft gründen. In diesen Zusammenhang spricht man von der 1-Mann-Variante. Überdies ist bei diesem Gründungsfall der Gesellschafter gleichzeitig auch der Geschäftsführer.
  • Als Gesellschafter darf man auch Angestellter des eigenen Unternehmens sein.
  • Bei einer Unternehmergesellschaft ist es einfach, den zu versteuernden Gewinn zu reduzieren. Möglich ist das, weil man alle Personalkosten, auch für die eigene Person, als Betriebsausgabe geltend machen kann.
  • Bei einer Gründung mit mehreren Gesellschaftern ist es später sehr einfach, Anteile abzugeben oder zu verkaufen.
  • Es kann jederzeit ein Fremdgeschäftsführer eingesetzt werden. Dieser darf aber kein Gesellschafter sein.
  • Durch Veräußerung der Anteile ist eine UG einfach und schnell zu verkaufen.
  • Bei einer UG können Gesellschafter sowohl juristische als auch natürliche Personen sein. Es kann also eine Kapital- und Personengesellschaft sein.

Die Nachteile einer Unternehmergesellschaft

Die Liste der Vorteile einer UG ist lang. Dennoch dürfen Sie nicht glauben, dass eine derartige Kapitalgesellschaft das unternehmerische Nonplusultra darstellt; zu den vielen Vorteilen gesellen sich nämlich genauso viele Nachteile:

  • Eine UG kann mit nur einem Euro Stammkapital gegründet werden. Allerdings besteht eine sogenannte Ansparpflicht. Das bedeutet, dass der oder die Gesellschafter die Gewinne nicht voll ausschütten dürfen. Sie müssen dafür Sorge tragen, dass der gesetzlich vorgeschriebene Ansparbetrag erreicht wird.
  • Ist die Ansparsumme von 25.000 Euro erreicht, ist dies nicht mit einer automatischen Umwandlung in eine GmbH verbunden. Zudem ist leider dafür eine aufwändige Umfirmierung notwendig.
  • Im Gegensatz zu einer GmbH kann bei einer UG keine Sacheinlage vorgenommen werden. Es ist immer notwendig, die Stammeinlage in bar zu erbringen.
  • Der gewünschte Firmenname muss im Rechtsverkehr immer mit dem Zusatz UG (haftungsbeschränkt) versehen sein. Es sind keinerlei Abkürzungen erlaubt.

Weitere Nachteile

  • Bei einer UG ist immer leicht ersichtlich, dass die Gesellschaft nur über ein geringes Stammkapital verfügt. Dies wirkt sich auf die Kreditwürdigkeit und das Ansehen aus. Dies zieht oftmals schlechtere Lieferbedingungen gegenüber Lieferanten nach sich und auch die Kreditvergabe durch eine Bank ist sehr schwierig.
  • Wird bei einer UG zu wenig Stammkapital eingezahlt, droht sehr schnell eine Zahlungsunfähigkeit und Insolvenz, wenn die ersten Rechnungen zu bezahlen und die Kassen noch nicht so voll sind.
  • Bei der UG muss immer eine strikte Trennung des privaten Vermögens der Gesellschafter/des Gesellschafters und dem Vermögen der UG vorgenommen werden. Nur so sind die Folgen einer verdeckten Gewinnausschüttung zu verhindern.
  • Wie eine GmbH so unterliegt auch die UG der Publizitätspflicht. Das bedeutet, eine UG ist zur Bilanzierung und zur kaufmännischen Buchhaltung verpflichtet.
  • Bei einer UG müssen Sie viele Vorgänge vom Notar beurkunden lassen. Werden Geschäftsanteile abgetreten, müssen Sie dies vom Notar beglaubigen lassen.
  • Der Geschäftsführer einer UG ist dem GmbH-Gesetz gegenüber verpflichtet. Wird gegen diese Pflicht verstoßen drohen sowohl zivilrechtliche als auch strafrechtliche Folgen.
  • Die meisten Banken und Gläubiger bestehen bei der Vergabe von Krediten in den meisten Fällen auf eine selbstschuldnerische Bürgschaft des Gesellschafters/der Gesellschafter. Das bedeutet, dass diese dann mit ihrem Privatvermögen haften und die Haftungsbeschränkung damit so gut wie aufgehoben wird.
  • Eine UG ist immer gewerbesteuerpflichtig.

Das könnte Sie auch interessieren: Wie gründet man eine UG? Was gilt es zu beachten?

* Selbstverständlich können Sie den 150 Euro Gutschein sowie eBooks und Leitfäden auch unabhängig von einer Newsletter-Anmeldung anfordern. Schreiben Sie uns dazu bitte eine kurze E-Mail mit Link zu dieser Seite.

Copyright © 2019 [r]evolution. Impressum | Datenschutz