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Unterweisung nach JArbSchG

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Unterweisung nach JArbSchG

Eine Unterweisung nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) hat immer dann stattzufinden, wenn Ferienarbeiter und Auszubildende unter 18 Jahren eingestellt werden. Nachfolgend die wichtigsten Aspekte, die in eine Unterweisung nach JArbSchG gehören.

Wissenswert: Das Jugendarbeitsschutzgesetz stellt sicher, dass minderjährige Ferienarbeiter und/oder Auszubildende bei der Arbeit nicht überfordert werden.

Die wichtigsten Punkte der Unterweisung nach JArbSchG Arbeitszeit

  • § 8 JArbSchG schreibt vor, dass minderjährige Auszubildende oder Ferienarbeiter nicht mehr als 8 Stunden täglich arbeiten dürfen. Das heißt, eine wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden darf nicht überschritten werden.
  • § 11 JArbSchG schreibt vor, dass Azubis nach 4,5 bis 6 Stunden Arbeit, mindestens 30 Minuten Pause einlegen müssen. Aber bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden steht dem Azubi eine Pause von einer Stunde zu.
  • Außerdem darf die Schichtzeit (Arbeitszeit und Pausen) eines Auszubildenden insgesamt 10 Stunden nicht überschreiten (§ 12 JArbSchG). Einzig und allein für Azubis in der Gastronomie ist eine Schichtzeit von 11 Stunden erlaubt.

Beschäftigungseinschränkungen

Minderjährige Azubis und Ferienarbeiter sind während der Unterweisung nach JArbSchG darin zu unterweisen, welche Beschäftigungen (§ 22–27) ihnen untersagt sind. Denn damit können sie bei Bedarf entsprechende Arbeiten verweigern.

  • Nicht erlaubt sind Arbeiten, die das physische und psychische Leistungsvermögen der minderjährigen Arbeiter überschreiten.
  • Arbeiten, bei denen die Jugendlichen mit Schadstoffen, Strahlungen und anderen Gefährdungen in Kontakt kommen, sind ihnen verboten.
  • Minderjährige dürfen keiner Akkordarbeit nachgehen.

Wichtig: Als Arbeitgeber sind Sie dazu verpflichtet, darauf zu achten, dass Azubis vor dem Antritt der Ausbildung in Ihrem Unternehmen eine Erstuntersuchung durchlaufen haben. Mit Abschluss des ersten Lehrjahres ist diese Untersuchung zu wiederholen.

Wann ist eine Unterweisung nach JArbSchG durchzuführen?

Wann eine Unterweisung nach JArbSchG durchzuführen ist und in welchen Intervallen, ist in § 29 geregelt:

  • Eine Unterweisung nach JArbSchG ist immer dann durchzuführen, wenn
  • der Lehrling seine Ausbildung beginnt,
  • die Arbeitsbedingungen sich wesentlich ändern,
  • der Azubi zum ersten Mal an der Maschine arbeitet oder an anderen „gefährlichen“ Arbeitsstellen beschäftigt wird,
  • die Möglichkeit besteht, dass der Azubi in Kontakt mit gefährlichen Arbeitsstoffen kommt.

Wichtig: Eine Unterweisung nach JArbSchG ist spätestens halbjährlich durchzuführen. Im täglichen Betrieb wahrscheinlich früher, denn sobald der Azubi seine Ausbildungsstelle wechselt, kommt es zu einer Änderung der Arbeitsbedingungen und der Arbeitgeber ist zu einer erneuten Unterweisung verpflichtet.

Unterweisung nach JArbSchG: der Inhalt

  • Welche Gefahren und Risiken gibt es in der Firma? Was ist bei der Verwendung von Geräten und Maschinen zu bedenken? Was muss beim Umgang mit Gefahrstoffen, wie z. B. Schmier- und Treibstoffen, Desinfektionsmitteln usw., beachtet werden?
  • Welche Gesundheits- und Verletzungsgefahren gibt es? (z. B. Atemwegserkrankungen, Allergien, Rückenschäden usw.)
  • Welche Schutzmaßnahmen sind zu beachten? (Arbeitsanweisungen, Betriebsanweisungen, Bedienungsanleitungen, das Tragen von Schutzkleidung usw.)
  • Welches Verhalten wird im Fall eines Notfalls bzw. Störfalls erwartet? Informieren Sie den Azubi, wer der Ersthelfer in Ihrem Unternehmen ist, wo Feuerlöscher und Verbandskasten stehen usw.

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