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Unterweisung nach DGUV – Dazu sind Unternehmer verpflichtet

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Unterweisung nach DGUV

Unternehmer sind laut Gesetzgeber dazu verpflichtet, die notwendigen Voraussetzungen personeller, sachlicher und organisatorischer Natur zu schaffen, damit die Arbeitnehmer im Falle eines Arbeitsunfalls zeitnah erste Hilfe bekommen. Die Rechtsgrundlage ist durch das Arbeitsschutzgesetz §§ 3,10, Bundesberggesetz §61, Sozialgesetzbuch VII §§ 21,23 Abs. 1 und Arbeitsstättenverordnung §§ 3,4 und 6 gegeben. Alles was Sie zur Unterweisung nach DGUV wissen sollten, lesen Sie folgend.

Tipp: Jeder Betriebsangehörige sollte mindestens 1x jährlich von fachkundiger Seite im Bereich „Erste Hilfe“ unterwiesen werden. Denn, neben dem Grundwissen im Bereich „Erste Hilfe“ sollten die Mitarbeiter auch auf richtiges Verhalten bei akuten Erkrankungen hingewiesen werden.

Welche Punkte dürfen in einer Unterweisung nach DGUV nicht fehlen?

  • Wer sind die Ersthelfer in der Firma?
  • Wo kann man im Unternehmen einen Notruf absetzen und vor allem wie sollte dieser aussehen?
  • Wem muss ein Arbeitsunfall gemeldet werden?
  • Wo findet man im Ernstfall das Erste-Hilfe-Material?
  • Was hat man bei einem Arbeitsunfall zu tun?
  • Welche Ärzte müssen nach einem „Arbeitsunfall“ aufgesucht werden?
  • Wie und wer hat die Erste-Hilfe-Leistungen zu dokumentieren?
  • Welche Pflichten hat jeder Angehörige der Firma hinsichtlich Erster Hilfe?

Was ist bezüglich der ärztlichen Versorgung nach einem Arbeitsunfall zu beachten?

Je nach Art und Schwere der Verletzung ist laut Unterweisung nach DGUV § 24 Abs. 4 Vorschrift 1 der verletzte Arbeitnehmer dazu verpflichtet,

  • sich bei einem Haus- oder Betriebsarzt vorzustellen.
  • einen berufsgenossenschaftlich zugelassenen Durchgansarzt aufzusuchen.
  • in einem berufsgenossenschaftlich bezeichneten Krankenhaus vorbeizusehen.
  • sich beim Hals- Nasen-Ohrenarzt oder Augenarzt vorzustellen.

Erste-Hilfe-Leistungen und die Dokumentationspflicht nach Unterweisung der DGUV

Als Arbeitgeber sollten Sie wissen, dass jeder Unfall, bei dem Erste-Hilfe geleistet wurde, dokumentiert werden muss – Stichwort Verbandbuch. Zur Dokumentation kann ein Verbandbuch angelegt bzw. ein Meldeblock oder ein Dokumentationsbogen Verwendung finden. Aber unter bestimmten Voraussetzungen ist es auch möglich, die Dokumentation auf elektronischem Wege durchzuführen. So oder so, § 24 Abs. 6 schreibt vor, dass die komplette jährliche Dokumentation über alle Erste-Hilfe-Leistungen innerhalb einer Firma mindestens fünf Jahre lang aufbewahrt werden muss.

Wichtig: Unabhängig, wer für die Dokumentation der Erste-Hilfe-Leistungen zuständig ist, die Daten sind vor dem Zugriff unbefugter Dritter zu schützen, da es sich hierbei um sogenannte „personenbezogene“ Daten handelt. Die Dokumentation aller Ersten-Hilfe-Leistungen dient nicht nur für den Unternehmer als rechtliche Absicherung, sondern ist auch für Arbeitnehmer ein wichtiger Nachweis, wenn es um die Anerkennung eines Betriebsunfalls geht.

Welche Infos muss die Dokumentation nach der Ersten-Hilfe-Leistungen beinhalten?

Folgende Informationen müssen in einer Dokumentation der Ersten-Hilfe-Leistungen enthalten sein:

  • Name des Verletzten
  • Alle relevanten Angaben, die den Unfallhergang beschreiben. Dazu gehören Unfalldatum, Uhrzeit, der Ort des Unfalls und die Art und Schwere der Verletzungen. Die Namen eventueller Zeugen sind natürlich ebenfalls aufzuzeigen.
  • Art der Erste-Hilfe-Maßnahmen und der Name des Ersthelfers

Wer soll die Dokumentation der Erste-Hilfe-Leistungen durchführen?

Der Gesetzgeber schreibt dem Unternehmer nicht vor, welchen seiner Mitarbeiter er mit der Erstellung der Dokumentation beauftragen soll. Am sinnvollsten ist es, dass die bestimmten Ersthelfer sich auch um die Dokumentation aller Ersten Hilfe-Leistungen kümmern. Unabhängig von der Form der Dokumentation, dürfen unbefugte keinerlei Zugriff darauf haben.

Warum müssen alle Erste-Hilfe-Leistungen durchgeführt werden?

Die Dokumentation der Ersten-Hilfe-Leistungen dient nicht nur für den Arbeitgeber zur rechtlichen Absicherung, sondern ist auch für Arbeitnehmer ein wichtiger Nachweis. Vor allem dann, wenn es bei der versicherten Tätigkeit zu Erkrankungen und/oder Verletzungen mit Spätfolgen gekommen ist. Des Weiteren benutzten Betriebsärzte und/oder Fachkräfte für Arbeitssicherheit diese Dokumentation als Informationsquelle, um nicht meldepflichtige Arbeitsunfälle zu ermitteln.


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