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Sichere Entscheidungen in heiklen Situationen treffen

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Sichere Entscheidungen treffen

Tagtäglich müssen Führungskräfte sichere Entscheidungen treffen. Diese haben nicht selten enorme Auswirkungen auf das Unternehmen, die Mitarbeiter und nicht zuletzt auf die Führungskräfte selbst. Das gilt umso mehr in heiklen Situationen, also wenn das Unternehmen in einer Umbruchphase steckt. Das Paradebeispiel dafür, wie groß diese Auswirkungen sein können, dürfte der Computerhersteller Apple Inc. sein: Der Hersteller befand sich in einer Dauerkrise und brachte mit dem Smartphone eine neue Art von Telefon auf den Markt. Der legendäre Erfolg ist Geschichte.

Nachholbedarf beim Entscheidungsmanagement

Sichere Entscheidungen sind allerdings allzu oft scheinbar eine Glückssache. Das hat zumindest eine weltweite Studie der Economist Intelligence Unit ergeben: 25 % der Führungskräfte waren der Überzeugung, dass ihr Management häufig oder sogar immer falsche Entscheidungen trifft. 50 % der befragten Führungskräfte hatten zudem angegeben, dass sie ihre Entscheidungen spontan und aus dem Bauch heraus treffen. Oftmals sogar direkt nach einer spontanen Besprechung.

Das zeigt: In den Unternehmen besteht bezüglich des Entscheidungsmanagements ein enormer Nachholbedarf. Das gilt insbesondere für die Führungskräfte, die lernen müssen, sichere Entscheidungen zu treffen. Jedoch reicht es bei weitem nicht aus, eine Entscheidung rein rational zu fällen oder sich auf das Bauchgefühl zu verlassen. Richtige und sichere Entscheidungen werden dann getroffen, wenn Bauchgefühl und Verstand eingeschaltet werden. So ist zumindest der aktuelle Stand der Forschung.

Macht der Verstand entscheidungsunfähig?

Führungskräfte, die sich bei der Entscheidungsfindung rein auf ihren Verstand verlassen, laufen schnell Gefahr, sich zu verheddern: Sie wägen ständig die Vor- und Nachteile sowie die Argumente und Gegenargumente für eine Entscheidung auf. Das macht sie jedoch unfähig dazu, sichere Entscheidungen zu treffen. Der Grund ist einfach: Grübelt jemand zu lange über etwas, läuft er Gefahr, die nächste gute Gelegenheit zu verpassen. Wettbewerber haben also die Chance, das eigene Unternehmen zu überholen.

Vor allem in heiklen Situationen scheint es, als sei das Bauchgefühl dem Verstand überlegen. Allerdings setzt das voraus, dass die Führungskraft bereits eine ähnliche Situation erlebt hat. Nur dann besteht die emotionale Erfahrung, auf welche die Intuition zurückgreifen kann. Fehlen diese Erfahrungen, trügt oftmals auch das Bauchgefühl.

Sichere Entscheidungen lassen sich lernen

Die Psychologin Maja Storch hat das sogenannte Züricher Ressourcen Modell entwickelt. Dieses soll bei der Entscheidungsfindung helfen. Wer sichere Entscheidungen treffen möchte, sollte demnach zunächst seine Gefühle bilanzieren und über alle erdenklichen Handlungsmöglichkeiten nachdenken. Diese sollte sich die Führungskraft möglichst anschaulich machen. Anschließend sollte sich der Entscheidungsträger fragen, welche Gefühle durch die jeweilige Vorstellung ausgelöst werden.

Vor allem unentschlossenen Menschen fällt es oft schwer, die eigenen Gefühlsreaktionen wahrzunehmen. Das lässt sich jedoch mit Hilfe einer visuellen Technik verbessern. Die Betroffenen sollten dazu zunächst die Signale ihres Körpers bewusster wahrnehmen und diese verstehen. So äußern sich negative Gefühle durch Emotionen wie Ärger oder Frust, aber auch durch eine Enge in der Brust oder einen Druck im Bauch. Positive Emotionen äußern sich beispielsweise durch Wärmegefühle. Wer sichere Entscheidungen treffen möchte, sollte also sensibel für die Signale seines Körpers sein.

Sichere Entscheidungen treffen: In der Ruhe liegt die Kraft

Vor allem folgenschwere und weitreichende Entscheidungen sollten keinesfalls unter Zeitdruck getroffen werden. Denn macht sich die Führungskraft selbst Druck oder bekommt Druck von außen, steigert das nur die Angst vor einer Fehlentscheidung. Die Folge: Notwendige Entscheidungen werden verschoben, womöglich so lange, bis es zu spät ist. Gerade das passiert in heiklen Situationen oft, wenn die Führungskräfte viele Faktoren in die Entscheidungsfindung miteinbeziehen müssen.

In einer derartigen Situation sollten Führungskräfte sich bewusst machen, dass sie die Situation selbst mit Wahrscheinlichkeitsrechnungen nur annäherungsweise erfassen können. Das hat zur Folge, dass der Druck auf sie nachlässt. Sie müssen sich also regelmäßig klar machen, dass auch sichere Entscheidungen mit einigen Unsicherheitsfaktoren verbunden sind.

Komplexe Sachverhalte trennen

Oftmals fällt es Führungskräften schwer, sichere Entscheidungen zu treffen, weil sie von der Zahl der Entscheidungsfaktoren und der möglichen Konsequenzen überfordert sind. Sie schieben die Entscheidung also auf, weil sie zuvor noch so viele Informationen, wie nur irgend möglich sammeln möchten. In diesem Fall sollten sich die Führungskräfte einen festen Zeitpunkt setzen, an dem sie die Entscheidung fällen. Anschließend sollten sie die wichtigsten Kriterien definieren, anhand derer sie die Entscheidung treffen wollen. Die Informationen darüber sollten sich natürlich innerhalb des gesetzten Zeitlimits beschaffen lassen und bewertet werden können. Ein gewisser Unsicherheitsfaktor wird aber dennoch zwangsläufig bleiben.

Was will die Führungskraft persönlich?

Nahezu jeder Mensch verhält sich in bestimmten Situationen so, wie es die Gesellschaft von ihm erwartet. Dieses Verhalten zeigt sich auch bei Entscheidungen. Führungskräfte, welche sich stets für jenen Weg entscheiden, der von anderen erwartet wird, vernachlässigen dabei aber ihre eigenen Bedürfnisse. Sie sollten sich also darüber klar werden, ob sie eine Entscheidung treffen, wie sie von anderen erwartet wird oder ob sie aus eigenem Antrieb entscheiden.

Dem Verstand helfen

Sichere Entscheidung beruhen auf dem Bauchgefühl und dem Verstand. Wer nun seinen Verstand dahingehend schulen möchte, sichere Entscheidungen auf rationaler Basis zu treffen, sollte sich Pro- und Contra-Listen erstellen. Darin werden die verschiedenen Alternativen anhand von Kriterien bewertet. In der Liste lassen sich in einer Spalte die Handlungsalternativen, in einer anderen die Bewertungskriterien aufführen. Anschließend sollten die Betreffenden alle Faktoren aus dieser Liste bewerten. Letztlich wird die Entscheidung aber vielleicht doch aus dem Bauch heraus getroffen.

Einmal darüber schlafen

Gerade vor wichtigen Entscheidungen lohnt es sich, eine Nacht darüber zu schlafen. Dabei geht es nicht um Aufschieben oder Bequemlichkeit. Denn das Gehirn sortiert die Gedanken und Ereignisse des vergangenen Tages im Schlaf. Dabei trennt es Wichtiges von Unwichtigem und Zusammenhänge erschließen sich. Führungskräfte können also diesbezüglich die Kraft ihres Unterbewusstseins nutzen, das in aller Regel weiß, was gut ist. Auch dieser Prozess ereignet sich während des Schlafes, insbesondere in der Phase des Einschlafens und Aufwachens.

Raus aus der Komfortzone!

Das menschliche Gehirn versucht stets, möglichst energiesparend und effizient zu arbeiten. Deshalb überprüft es vertraut erscheinende Alternativen. Bei vertrauten Situationen schüttet der Körper das Hormon Dopamin aus, welches Belohnung signalisiert. Der Mensch schätzt also lieb gewonnene Gewohnheiten und spürt ein Unwohlsein, wenn er die gewohnten Pfade verlässt. Jedoch ist jede Entscheidung mit einem Risiko verbunden. Trifft man eine Fehlentscheidung, belastet vor allem das Gefühl, dass die Betreffenden eine Chance verpasst haben. Deshalb sollten sich insbesondere Führungskräfte trauen, ihre Komfortzone zu verlassen – vielleicht auch nur Schritt für Schritt. Nur dann können sie sich selbst weiterentwickeln und neue Erfahrungen sammeln.


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