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Unterweisung nach Paragraf 34 GewO

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Paragraf 34 GewO

Bei der Unterweisung nach Paragraf 34 GewO (Gewerbeordnung) handelt es sich nicht um eine Unterweisung im eigentlichen Sinn, sondern um eine behördliche Erlaubnis. Anders gesagt, um eine behördliche Bewachungserlaubnis. Denn diese erlaubt dem Eigentümer, fremdes Eigentum oder Leben gewerblich zu bewachen.

Aber abhängig von der Tätigkeit ist die Grundvoraussetzung für den Erhalt einer solchen Erlaubnis eine Sachkundeprüfung nach § 34a Abs.2 Nr.2 GewO oder Unterricht nach § 34a Abs.2 GewO.

Der Unterricht nach § 34 GewO Abs. 2

Die Grundvoraussetzung einer Tätigkeit im Bewachungsgewerbe ist der Unterricht nach § 34a GewO. Dieser wird zum Beispiel von der IHK gehalten und beträgt 40 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. Zudem müssen Sie mit Abschluss des Unterrichts nach § 34 Abs. 2 GewO einen Multiple-Choice-Test erfolgreich abschließen.

Welche Module enthält der Unterricht nach Paragraf 34 Abs. 2

GewO?

  • Ermittlungsdienst
  • Objekt- und Wachschutz
  • Personenschutz
  • Streifendienst
  • Veranstaltungsschutz
  • Geld- und Werttransport
  • Empfangsdienst

Die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO

Die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO wird ebenfalls von der IHK abgenommen. Zudem gehört zur Prüfung ein schriftlicher und ein mündlicher Teil. Der Teilnehmer hat in der schriftlichen Prüfung 120 Minuten Zeit, alle Fragen zu beantworten. Dann, in der mündlichen Prüfung, bleiben ihm 15 Minuten, um mit seinem Wissen zu überzeugen.

Wann ist eine Sachkundeprüfung nach § 34a GewO ausreichend?

Für Mitarbeiter im Bewachungsgewerbe, die im öffentlichen Verkehrsraum oder im Bereich von Häusern Kontrollgänge durchführen, für Türsteher oder Kaufhausdetektive ist eine Sachkundeprüfung nach § 34a GewO völlig ausreichend, genauso wie für eine leitende Funktion beim Bewachen von zugangsgeschützten Großveranstaltungen und/oder Flüchtlingsunterkünften.

Welche Inhalte werden in der Sachkundeprüfung nach § 34a GewO vermittelt?

  • Sicherheitstechnik wird in den Grundzügen angerissen
  • Datenschutzrecht
  • Gewerberecht
  • Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung
  • Richtiges Verhalten in Gefahrensituationen
  • Deeskalationstraining
  • Unfallverhütungsvorschriften im Bereich der Sicherheits- und Wachdienste
  • Umgang mit Waffen
  • Strafrecht
  • Strafverfahrensrecht

Gibt es eine Befreiung von der Unterweisung nach Paragraf 34 GewO?

Eine Befreiung von der Sachkundeprüfung ist möglich, allerdings nur dann, wenn die betroffenen Personen einen Berufsabschluss im Bewachungsgewerbe nachwiesen können, wie z. B. Werkschutzmeister, Werkschutzfachkraft oder Fachkraft für Schutz und Sicherheit.

Auch Personen, die den mittleren Polizei- oder Justizvollzugsdienst absolviert haben, sind von der Sachkundeprüfung befreit. Weitere Berufsgruppen, die nicht an der Sachkundeprüfung teilnehmen müssen, wären Arbeitnehmer, die während ihrer Berufsausbildung im mittleren Zolldienst oder zum Feldjäger bei der Bundeswehr das Recht zum Führen einer Waffe erworben haben.

Menschen, die Anfang 2003 für mindestens drei Jahre ohne Unterbrechung im Bewachungsgewerbe gearbeitet haben, müssen ebenfalls nicht an der Sachkundeprüfung teilnehmen, da diese als erbracht gilt. Ähnliches gilt bei einer bereits absolvierten Sachkundeprüfung: Wurde sie erfolgreich abgeschlossen, gilt eine Befreiung vom Unterricht nach § 34a GewO, wenn der betroffene Arbeitnehmer Ende März 1996 in einem Bewachungsunternehmen tätig war.


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