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Hintergründe und Philosophie der Moderationsmethode

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Moderationsmethode

Effiziente Lernprozesse in Gruppen lassen sich mit der Moderationsmethode gut erreichen. Wichtig ist, dass die notwendigen Voraussetzungen für den Erfolg dieser Methode gegeben sind. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die Moderationsmethode vor und erklären, wie Sie diese in Ihrem Betrieb anwenden können.

Moderationsmethode als Symbiose mehrerer Komponenten

Die Moderationsmethode vereint verschiedene Techniken aus der Gesprächsführung, Psychologie, Organisationslehre und verschiedenen anderen Bereichen. Die einzelnen Elemente sind seit Jahrzehnten bekannt, wurden aber in den 60er Jahren zur Moderationsmethode vereint. Das Ziel ist es, Gruppendynamik zu nutzen, hierbei aber eine steuernde Instanz zu installieren: den Moderator. Dieser hat vor allem die Aufgabe, die Gruppe zu leiten und sicherzustellen, dass ein Treffen konkrete Ergebnisse liefert. Der Moderator selbst muss kein Experte in dem Thema sein, um das es geht. Wichtig ist, dass er oder sie die Gesprächsführung beherrscht. Grundsätzlich gilt für die Moderationsmethode ein Verhältnis von 20:80 aus Sprechen und Zuhören als ideal.

So läuft eine Sitzung mit der Moderationsmethode ab

Eine Sitzung setzt sich bei der Moderationsmethode aus fünf Stufen zusammen:

  1. Begrüßung/Kennenlernen/Anwärmen
  2. Themenorientierung
  3. Problembearbeitung
  4. Ergebnisorientierung
  5. Abschluss

Bei der Begrüßung kommt es darauf an, dass der Moderator das Vertrauen der Gruppe gewinnt. Er stellt sich vor und erläutert seine Rolle im Rahmen der Moderation. Anschließend lernt sich die Gruppe bei einem Kennenlernspiel kennen und macht sich durch das Anwärmen für die Arbeit bereit. Bei der Themenorientierung bereitet sich die Gruppe auf das Arbeiten vor. Es werden die zu behandelnden Themen abgesteckt, ohne aber schon inhaltlich zu diskutieren oder Lösungen zu suchen. Es kommt darauf an, dass die Impulse aus der Gruppe kommen. Diese soll sich schließlich mit der Thematik identifizieren. Deswegen ist es auch entscheidend, dass alle mitmachen. Der Moderator visualisiert die einzelnen Aspekte und weist ihnen eine bestimmte Relevanz zu.

Erst im Rahmen der Problembearbeitung beginnt die eigentliche Gruppenarbeit. Die gesammelten Ideen werden jetzt Schritt für Schritt abgearbeitet. Hierfür wird die große Gruppe in mehrere kleine aufgeteilt. Auch hier bleibt die leitende Funktion des Moderators erhalten. Dieser geht von Gruppe zu Gruppe und unterstützt den Prozess der Lösungsfindung. Hierbei geht es weniger um Fachwissen als um die Gesprächsführung. Es ist am besten, wenn das Thema die Gruppe sehr und den Moderator nur am Rande betrifft. Seine Führungskompetenz soll nicht durch inhaltliche Involviertheit beeinträchtigt werden.

Konkrete Ergebnisse sind bei der Moderationsmethode wichtig. Sie zeigen an, ob die Methode erfolgreich war. Solche Ergebnisse können ein Problemkatalog, Arbeitsaufträge, ein Verhalten für die Zukunft, geklärte Beziehungen und Ähnliches sein. Diese Ergebnisse werden visualisiert. Die Teilnehmer haben in der Gruppenarbeit viel gesprochen und zugehört. Durch die Visualisierung wird ein weiterer Sinn angesprochen. Der Abschluss umfasst die Sachebene, eine Reflexion der Sitzung und die Emotionsebene. Erneut sollte darauf geachtet werden, dass alle zu Wort kommen.

Voraussetzungen für die Moderationsmethode

Hauptvoraussetzung für den Erfolg der Moderationsmethode ist, dass die Gruppe den Moderator akzeptiert. Ob das der Fall ist, stellt sich meist schon während der Begrüßung heraus. Es kommt darauf an, dass der Moderator ein selbstsicheres Auftreten besitzt, hierbei aber nicht oberlehrerhaft wirkt. Alle Impulse sollten von der Gruppe ausgehen und durch den Moderator lediglich gesteuert und kanalisiert werden. Damit die Sitzung thematisch zu sinnvollen Ergebnissen führt, muss sich die Gruppe mit der jeweiligen Problemstellung gut auskennen. Wichtig ist auch, dass die Gruppenteilnehmer einen Bezug zum Thema haben und daran arbeiten wollen.

Die Gruppendynamik muss für die Moderationsmethode gut funktionieren. Spannungen und Streitigkeiten innerhalb der Gruppe erschweren den Erfolg der Methode. Das gilt insbesondere in der Phase der Kleingruppenarbeit. Gewisse Spannungen sind fruchtbar, zu große Differenzen verhindern hingegen ein effizientes Arbeiten. Der Moderator sollte sich grundlegend mit der Thematik auskennen, aber kein Experte sein. Die volle Konzentration soll auf dem Moderieren liegen. Hierfür ist entscheidend, dass der Moderator die Sitzung gut vorbereitet und geeignete Methoden zur Gesprächsführung wählt.

Die drei Säulen der Moderationsmethode

Die Moderationsmethode fußt auf drei Säulen:

  1. Moderator/in
  2. Methodenvielfalt
  3. Visualisierung

Die Moderationsmethode funktioniert nur, wenn der Moderator sie beherrscht. Er muss die Gruppe als fachkompetent akzeptieren und umgekehrt als Moderator die Wertschätzung der Gruppe genießen. Er sollte eine Vielzahl von Methoden aus dem Bereich der Gesprächsführung kennen. Hierzu zählen etwa Gruppenspiele, Paar-Interviews, Ein-Punkt-Fragen, Zuruffragen und vieles mehr. Zusätzlich sind Visualisierungstechniken gefragt. Die Ergebnisse der Gruppe muss man ansprechend und nachvollziehbar visualisieren. Nur dann lassen sich konkrete Handlungsanweisungen und Zielsetzungen daraus ableiten. Beim Abschluss der Sitzung muss eine gute Mischung aus Reflexion und Ausblick erreicht werden.

Die Moderationsmethode aktiv vorbereiten und anwenden

Bei der Vorbereitung der Moderationsmethode sollte der Moderator geeignete Methoden für die Gesprächsführung auswählen. Je besser er die Gruppe im Vorfeld kennt, desto individueller kann er Methoden auswählen und auf sie anpassen. Es kommt weniger auf eine inhaltliche Vorbereitung an. Der Moderator sollte sich lediglich der Grundthematik und der damit verbundenen Problemstellungen bewusst sein. In der Anwendung sollten die Impulse immer von der Gruppe ausgehen. Nicht der Moderator gibt die Marschrichtung und Zielsetzung vor, sondern die Teilnehmer. Ein guter Moderator hält sich selbst zurück und weckt das kreative Potenzial der Gruppe. Hierfür stehen lediglich die erarbeiteten Methoden, die Gesprächsführung und die Visualisierung als Tools zur Verfügung. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Teilnehmer gleichermaßen zu Wort kommen. So sorgen Sie dafür, dass keine Impulse und Ideen verloren gehen.

Vorteile der Moderationsmethode für ein Unternehmen

Die Moderationsmethode ist ergebnisorientiert. Sie stellt sicher, dass Gruppenarbeiten gezielt ablaufen und sich nicht in Details oder Streitereien verlieren. Der Moderator ist hierbei nach Möglichkeit neutral. Ein grundlegendes Fachwissen ist wichtig, er sollte in das Thema aber nicht zu stark involviert sein. So ist sichergestellt, dass die Moderationstätigkeit im Vordergrund steht. Die Teammitglieder können in einem sichere Umfeld brainstormen und zu kreativen Lösungsansätzen kommen. Sie haben gleichermaßen die Chance auf Redebeiträge und es entstehen Synergieeffekte. Die konkreten Ergebnisse können im Anschluss an die jeweilige Sitzung direkt angegangen und umgesetzt werden. Gezieltes, effizientes Arbeiten ist die Folge.


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