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Modelle und Standards des Qualitätsmanagements

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Modelle und Standards Qualitätsmanagement

Das Qualitätsmanagement wird oft isoliert von Geschäfts-, Prozess- und Unternehmensmetriken betrachtet. Daraus ergeben sich Herausforderungen bei der strukturierten und dokumentierten Entwicklung von Abläufen und Prozessen. Auch große Unternehmen müssen jedoch verschiedene Vorschriften und Standards erfüllen. Die wichtigsten Modelle und Standards des Qualitätsmanagements stellen wir in diesem Artikel vor.

Die ISO 9000-Normenfamilie

Die für das Qualitätsmanagement einschlägige Normenfamilie ISO 9000 besteht aus drei Dokumenten: ISO 9000, ISO 9001 und ISO 9004. Ein zusätzliches Dokument ist als Anhang beigefügt: ISO 19011, Richtlinien für die Auditierung von Managementsystemen. Es beinhaltet Anforderungen, die zur Auditierung eines Qualitätsmanagementsystems (QMS) nach ISO 9001 verwendet werden.

ISO 9000

Dies ist eine Norm, die in ISO 9001, ISO 9004, AS9100 und vielen weiteren Richtlinien zum Thema Qualitätsmanagementsysteme referenziert wird. ISO 9000 ist das erste Dokument der ISO 9000 Normenfamilie und hat zwei Hauptziele: Erstens wird es verwendet, um die vielen Begriffe zu definieren, die in den Normen der Qualitätsmanagementsysteme erwähnt werden. Zweitens werden die grundlegenden Prinzipien des Qualitätsmanagements beschrieben, die hinter der Norm ISO 9001 für die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems stehen. Es handelt sich jedoch nicht um ein Dokument, das Anforderungen enthält, nach denen ein Unternehmen sein Qualitätsmanagementsystem zertifizieren kann. Dies ist nur über die Norm ISO 9001 möglich.

ISO 9001

Der am häufigsten verwendete Anforderungskatalog für die Gestaltung eines QMS umfasst Anforderungen für dessen Entwicklung und Implementierung. Die Anforderungen werden in einem PDCA-Verbesserungszyklus definiert. Der Plan-Do-Check-Act-Zyklus beruht auf den folgenden Prinzipien: die Planung für die Arbeit des QMS, die Durchführung der Arbeit des QMS, die Überprüfung der Arbeit des QMS im Vergleich zu den Anforderungen und das Handeln zur Korrektur auftretender Probleme, die in die nächste Planungsrunde zurückfließen. Damit liefert ISO 9001 die Informationen, die ein Unternehmen benötigt, um ein QMS einzuführen. Im Rahmen der Modelle und Standards des Qualitätsmanagements genießt eine QMS-Zertifizierung nach ISO 9001 eine weltweite Anerkennung.

ISO 9004

Dies ist eine Norm, welche die ISO 9001 für die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems begleiten kann, aber nicht erforderlich ist. Das Dokument soll jedem Unternehmen Hinweise darauf geben, wie es sein Qualitätsmanagementsystem erfolgreicher gestalten kann. Im Gegensatz zur ISO 9001 ist die ISO 9004 nicht für die Zertifizierung sowie die behördliche oder vertragliche Nutzung vorgesehen. Das bedeutet, dass Sie Ihr Qualitätsmanagementsystem nicht nach ISO 9004 zertifizieren können. Es bedeutet auch, dass die Verwendung von ISO 9004 nicht als gesetzliche oder vertragliche Anforderung vorgesehen ist. Die Norm ist jedoch eine gute Referenz für Ideen, wie Sie die Einführung von ISO 9001 effektiver und erfolgreicher gestalten können.

ISO 19011

Die ISO 19011 ist ebenfalls ein Teil der von der internationalen Organisation für Normung herausgegebenen Modelle und Standards. Dabei geht es inhaltlich um die Anforderungen an die Prüfung eines Managementsystems. Der Standard definiert alle Anforderungen an ein Auditprogramm sowie für die Durchführung erfolgreicher Audits. Auditoren, die zertifizieren, dass Unternehmen die Anforderungen von Normen wie ISO 9001, ISO 14001 und dergleichen erfüllen, werden nach dieser Norm geschult.

Qualitätssysteme im Rahmen der Modelle und Standards des Qualitätsmanagements

Die ISO 9000-Normen basieren auf acht Prinzipien des Qualitätsmanagements, die von Führungskräften zur Verbesserung ihrer Unternehmen angewendet werden können. Die Registrierung und Implementierung der Standards kann einem Unternehmen mehrere Vorteile bringen.

Total Quality Management

Das TQM beschreibt einen japanischen Ansatz zur Qualitätsverbesserung. Das TQM zielt darauf ab, alle organisatorischen oder unternehmerischen Funktionen zu integrieren. Der Fokus liegt auf der Erfüllung der Kundenbedürfnisse im Einklang mit den Unternehmenszielen. Das TQM betrachtet ein Unternehmen als eine Sammlung von Prozessen. Das Unternehmen muss danach streben, diese Prozesse kontinuierlich zu verbessern, indem das Wissen und die Erfahrungen der Mitarbeiter einbezogen werden.

CQI – Kontinuierliche Qualitätsverbesserung

Im Rahmen der Modelle und Standards des Qualitätsmanagements legt das „Continuous Quality Improvement“ den Fokus auf die sich ständig ändernden Kundenbedürfnisse. CQI ist ein zyklischer Prozess der Leistungsbewertung, der Umsetzung von Verbesserungsplänen und der Neubewertung von Ergebnissen. Mit dem ultimativen Ziel der Kundenzufriedenheit ermutigt dieses Modell Manager, Fähigkeiten und Prozesse zu analysieren, um diese ständig zu verbessern. Das Ziel ist es, durch datengestützte Entscheidungsfindung stets die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Die Übernahme der CQI-Prinzipien setzt die Verpflichtung voraus, die Erfassung und Verwendung von Daten systematisch zu priorisieren.

Was bedeutet der Begriff „Kaizen“?

Kaizen beschreibt eine kontinuierliche Verbesserung auf allen Ebenen eines Unternehmens, die zu verbesserten Produkten und Dienstleistungen führen soll.

Der Begriff stammt aus Japan und bedeutet „Verbesserung“ oder „Veränderung zum Besseren“. Kaizen ist definiert als eine kontinuierliche Anstrengung jedes einzelnen Mitarbeiters, vom CEO bis zum Außendienst. Das Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung aller Prozesse und Systeme einer Unternehmung. Jeder Einzelne, unabhängig von seiner Bezeichnung oder Ebene in der Hierarchie, muss kleine Verbesserungen und Änderungen in das System einbringen.

Wofür steht Six Sigma?

Six Sigma ist eine Produktionsphilosophie, die Daten, Prozesse und Werkzeuge nutzt, um Fehler auszuschließen und die Leistung in einem Unternehmen zu perfektionieren. Konkret bedeutet das Erreichen von Six Sigma, dass nicht mehr als 3,4 Fehler pro eine Million „Möglichkeiten“ auftreten, um einen akzeptablen Output zu erzeugen. Der Name selbst ist das statistische Maß, welches diese Fehlerquote beschreibt. Six Sigma bezieht sich also auf sechs Standardabweichungen zwischen dem Mittelwert eines Prozesses und der Spezifikation der zu messenden Leistung. Die Spezifikationen werden vom Kunden festgelegt. In der Praxis basiert der Prozess auf dem „DMAIC“-Ansatz:

  1. Definieren (Define). Identifizieren, definieren und lokalisieren Sie, wo Variabilität auftreten kann.
  2. Messen (Measure). Entwurf und Entwicklung verschiedener Datenmetriken, einschließlich wertschöpfender und nicht wertschöpfender Schritte im Arbeitsprozess. Kunden haben nichts dagegen, für Prozesse zu zahlen, wenn diese einen echten Mehrwert bieten.
  3. Analysieren (Analyze). Verwenden Sie Daten und andere Werkzeuge, um Abweichungen zu ermitteln und hierdurch deren Ursachen analysierbar sind.
  4. Verbessern (Improve). Bewahren Sie Arbeitsprozesse mithilfe von Werkzeugen und Techniken vor Fehlentwicklungen.
  5. Kontrolle (Control). Überwachen und steuern Sie neue Prozesse, um sicherzustellen, dass die Organisation nicht wieder auf die Schaffung von Variabilität zurückfällt.

Abschließend soll im Rahmen dieses Überblicks über Modelle und Standards noch kurz auf das Benchmarking verwiesen werden. Ein Unternehmen kann sich mithilfe von Benchmarking an der Konkurrenz messen, um seine eigene Leistung zu verbessern. Verwendet man die erhobenen Informationen, die aus der Analyse der Praktiken der besten Wettbewerber stammen, kann ein Unternehmen außerdem Ziele setzen und erreichen, die sowohl die Wettbewerbsfähigkeit als auch den Erfolg steigern.


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