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Diese langfristigen Strategien und Unterstützungsangebote helfen Mobbingopfern und dem Unternehmen

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Mobbingopfern

Werden Mitarbeiter am Arbeitsplatz schikaniert, stellt sich die Frage, wie den Mobbingopfern und dem Unternehmen geholfen werden kann. Dazu gibt es zum einen langfristige Strategien, um dem Mobbing vorzubeugen oder beim Auftreten der unerwünschten Verhaltensweisen einzuschreiten. Zum anderen dienen Unterstützungsangebote dem Betroffenen dazu, die erlittenen Mobbingsymptome erfolgreich zu überwinden.

Welche Strategien und Angebote in Betracht kommen, erfahren Sie hier.

Diese langfristigen Strategien dienen dem Schutz von Mobbingopfern

Die beste Strategie gegen Mobbing ist, das unerwünschte Verhalten erst gar nicht entstehen zu lassen. Es sollte daher – speziell nach Attacken gegenüber Mobbingopfern – eine Unternehmenskultur geschaffen werden, die stringent auf ein Anti-Mobbing-Klima ausgerichtet ist.

Daneben dient es dem Schutz von Mobbingopfern, wenn die Schikanen konsequent verfolgt und sanktioniert werden. Den Betroffenen wird auf diese Weise verdeutlicht, dass sie nicht wehrlos ihrem „Schicksal überlassen“ werden, sondern der Arbeitgeber sich schützend vor sie stellt.

Schließlich kann es auch zur Strategie des Unternehmens gehören, innerbetriebliche Unterstützungsangebote für den Fall des Mobbings einzurichten. Auch dadurch wird langfristig verdeutlicht, dass jede Art von Schikanen gegenüber Mitarbeitern im Unternehmen unerwünscht ist.

Prävention ist die beste langfristige Strategie gegen Mobbing

Durch bestimmte Maßnahmen kann den Schikanen am Arbeitsplatz vorgebeugt werden. Dazu gehört die Vermeidung aller Strukturen, Situationen und Umstände, die Konfliktpotential beinhalten und Mobbing begünstigen. Damit einhergehen sollte eine optimale Verbesserung der Rahmenbedingungen im Unternehmen. Und schließlich ist ein angenehmes und motivierendes Betriebsklima herbeizuführen.

Zusätzlich können diese Maßnahmen durch eine Reihe von klassischen Instrumenten begleitet werden. Diese haben eine unterschiedliche Reichweite. Ihr Einsatz hängt vom Bedarf und den Rahmenbedingungen im Unternehmen ab.

Zu den Instrumenten gehören vor allem Aufklärung und Informationen über das Mobbing. Das lässt sich etwa durch Flugblätter oder Anti-Mobbing-Plakate umsetzen. Weiterhin sind Vorgesetzte durch Qualifizierungsmaßnahmen und Führungskräfte-Zirkeln für das Thema Mobbing zu sensibilisieren. Außerdem hat sich in der Praxis die Einführung eines Patenschaftsmodells zur Begleitung von neu eingestellten Mitarbeitern bewährt.

Ist ein Betriebsrat vorhanden, sollte mit ihm eine Betriebsvereinbarung zur Prävention und Intervention von Mobbing geschlossen werden.

Sanktionen dienen dem Schutz von Mobbingopfern

Zu den langfristigen Strategien des Unternehmens zählt auch die Verdeutlichung, dass Anfeindungen, Schikanen und Diskriminierungen von Arbeitnehmern konsequent sanktioniert werden. Ist unter den Mitarbeitern bekannt, dass Mobbing verfolgt und geahndet wird, lassen sich potentielle Mobber von den unerwünschten Verhaltensweisen abschrecken.

Arbeitsrechtliche Sanktionen gegen die mobbenden Arbeitnehmer sind – abgestuft in dieser Reihenfolge – durch eine Ermahnung, Abmahnungen, Versetzung und durch eine verhaltensbedingte Kündigung möglich. Dabei setzt die nächste Stufe einer Sanktion jeweils voraus, dass die Mobber den Betroffenen erneut attackiert haben. Die nächsthöhere Stufe erfordert also einen Wiederholungsfall. Im Übrigen unterscheidet sich die Abmahnung durch die darin enthaltene Kündigungsandrohung von der Ermahnung.

Zu beachten ist, dass bei den Sanktionen auch ein gewisses Fingerspitzengefühl erforderlich ist. Denn die sanktionierten Arbeitnehmer könnten sich zurückziehen und nur noch uninteressiert ihrer Arbeit nachkommen. Hier besteht die Kunst darin, dies zu vermeiden und die Mitarbeiter trotzdem positiv zu stimmen.

Unterstützungsangebote: Wie speziell den Mobbingopfern geholfen werden kann

Um den schikanierten Arbeitnehmern zu helfen, sind interne und externe Unterstützungsangebote denkbar. Innerbetrieblich ist dabei die Installation verschiedener Einrichtungen möglich.

Dazu zählt in erster Linie die Ernennung eines Ansprechpartners für Mobbing beziehungsweise eines Mobbingberaters. Regelmäßig wird ein Mitarbeiter aus dem Personalmanagement mit dieser Aufgabe betraut. Dieser Mitarbeiter sollte an einschlägigen externen Schulungen teilnehmen, um den Mobbingopfern auch tatsächlich Hilfe leisten zu können.

Daneben ist an eine Mobbingkommission als zusätzliche Unterstützung in Konfliktsituationen zu denken. Diese kann sich etwa aus Führungskräften, weiteren Mitarbeitern des Personalmanagements und Mitgliedern eines etwaig vorhandenen Betriebsrats zusammensetzen. Auch hier sind externe fachbezogene Schulungen sinnvoll.

Ob und inwieweit Arbeitskreise und eine gesonderte Beratungsstelle innerhalb des Unternehmens eingeführt werden, hängt von der Unternehmensgröße ab. Die Beratungsstelle kann etwa so gestaltet werden, dass der Mobbingberater dort zu bestimmten Sprechzeiten erreichbar ist. Dabei muss aber sichergestellt sein, dass der Betroffene Anonymität bewahren kann.

Der Mobbingberater kann bei externen Unterstützungsangeboten helfen

Aufgabe des Mobbingberaters ist es auch, die Betroffenen über außerbetriebliche Unterstützungsangebote zu informieren. Dabei kann der Berater auf Wunsch des gemobbten Arbeitnehmers für diesen Termine mit den externen Stellen vereinbaren. Außerbetriebliche Unterstützungsangebote bestehen etwa bei:

  • Antidiskriminierungsstelle des Bundes (Hotline 030/18 555-18 55)
  • Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, Hilfetelefon bei Gewalt gegen Frauen (Telefon 08000116 016)
  • Mobbing-Hotline der AOK Rheinland/Hamburg (Telefon 0221/27180-200, immer dienstags von 14:00 bis 20:00 Uhr)
  • Mobbing Zentrale Hamburg (Telefon 040/21983289 und 0152/34343070)
  • Örtliche auf Mobbing spezialisierte Pädagogen und Psychologen
  • Örtliche Selbsthilfegruppen
  • Zuständige Betriebskrankenkasse, sofern dies nicht bereits die AOK ist

In der Regel sind die Betroffenen für die ihnen unterbreiteten außerbetrieblichen Hilfsmöglichkeiten dankbar. Dabei wird es besonders geschätzt, wenn der Mobbingberater mit dem Thema vertraut ist.

Auch die Hinzuziehung eines externen Mobbingberaters ist ein Unterstützungsangebot

Es kann vorkommen, dass trotz aller innerbetrieblichen Anstrengungen sich das Mobbing nicht abstellen lässt. In diesem Fall kann den Mobbingopfern durch die Hinzuziehung einer externen Unterstützung geholfen werden, die den Konfliktsituationen auf den Grund geht.

Als außerbetriebliche Unterstützung zur Lösung der Mobbing-Problematik kommen auf Beratung und Coaching ausgerichtete Dienstleister in Betracht. Dazu gehören insbesondere professionelle Supervisoren und Mediatoren. Die externen Berater suchen das Unternehmen auf und klären die Konflikte vor Ort. Zugleich erarbeiten sie Lösungsmöglichkeiten, um das unerwünschte Verhalten abzustellen.

Langfristige Strategien und Unterstützungsangebote helfen auch dem Unternehmen

Die Strategien und Unterstützungsangebote helfen nicht nur den Mobbingopfern, sondern auch dem Unternehmen. Das gilt vor allem unter Kostengesichtspunkten. Denn regelmäßig erbringen durch das Mobbing beeinträchtigte Arbeitnehmer nur unzureichende Arbeitsleistungen und Arbeitsergebnisse. Der Arbeitgeber muss aber trotzdem das volle Arbeitsentgelt vergüten, so dass er unter Umständen „draufzahlt“.

Lässt sich der gemobbte Arbeitnehmer wegen Arbeitsunfähigkeit krankschreiben, muss der Arbeitgeber bis zu sechs Wochen Entgeltfortzahlung leisten.

Besonders kostspielig wird es in aller Regel für den Arbeitgeber, wenn er mobbende Arbeitnehmer verhaltensbedingt kündigt. Denn in nahezu allen Fällen reicht der entlassene Arbeitnehmer beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage ein. Solche Prozesse enden in den meisten Fällen durch einen Vergleich, bei dem das Arbeitsverhältnis gegen eine vom Arbeitgeber zu zahlende Abfindung beendet wird. Und auch die Anwaltskosten für die 1. Instanz muss der Arbeitgeber generell selber zahlen.

Alle diese Kosten entstehen nicht, wenn das Mobbing durch langfristige Strategien und Unterstützungsangebote vermieden wird.


Das sollten Sie auch wissen: Was Sie als Ansprechpartner beim Mobbing im Betrieb konkret tun können

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