• 0228 955 0220

Die 7 Prinzipien des lösungsorientierten Coachings

© Trueffelpix stock.adobe.com/Fotolia
Lösungsorientierten Coachings

Zunächst sollte klar sein, dass ein Coach keinen Lieferanten für Lösungen oder fertige Rezepte darstellt. Er ist derjenige, der Fähigkeiten erkennen lässt und es somit ermöglicht, sein eigenes Potenzial auszuschöpfen. Er ist also keinesfalls mit einem Trainer zu verwechseln. Während der nämlich fachliches Wissen vermittelt und Inhalt sowie Ablauf von Übungen gezielt anleitet, grenzt sich die Arbeit eines Coaches in diesem Kontext hier ganz deutlich ab. Im Rahmen eines Coachings werden Inhalt und Ablauf gemeinsam von Coach und Coachee festgelegt. Versteht sich der Trainer eher als Experte und Anleiter, um Spezialwissen zu vermitteln, geht es beim Coaching um Zuhören und Gespräche, wobei primäres Ziel die Hilfe zur Selbsthilfe ist. Besonders relevant sind in diesem Zusammenhang die 7 Prinzipien des lösungsorientierten Coachings.

Das Prinzip des lösungsorientierten Coachings Nr. 1 besagt: Vermeid, die Schuld bei dir zu suchen

Bei der Arbeit des Verantwortlichen bei lösungsorientierten Coachings steht der Klient im Mittelpunkt. Hier wird zunächst sein Beziehungssystem genauer untersucht. Es geht dabei im Kern darum, die Probleme von Menschen im Zusammenhang mit ihrer biographischen Entwicklung sowie sozialen Vernetzungen zu verstehen. Das betrifft sowohl die privaten, beruflichen als auch die gesellschaftlichen Zusammenhänge. Gerade bei der Zusammenarbeit in einem Unternehmen kann bei den sozialen Prozessen nicht deutlich zwischen Ursache und Wirkung unterschieden werden. Immerhin wirkt jedes Verhalten einer Person auf ein bestimmtes Mitglied der Gemeinschaft und dessen Reaktion wirkt wiederum auf die Person.

Somit lässt sich durch diesen Vorgang keine eindeutige Linie erkennen, was aber wiederum die Grundvoraussetzung dafür ist, um die Ursache zu auszumachen. Darum geht es beim Coaching auch niemals um die Suche nach dem Schuldigen (dem Auslöser einer Situation). Viel eher geht es darum, die Kommunikations-, Wahrnehmungs- und Interpretationsstrukturen zu verändern.

Während bei der linearen Betrachtungsweise ausschließlich Ursache und Wirkung beleuchtet werden, geht es nun darum, über den Tellerrand hinauszuschauen und das Große und Ganze zu betrachten.

Das Prinzip des lösungsorientierten Coachings Nr. 2: Sichtweisen und Werte werden neutral betrachtet

Für einen Coach ist die wichtigste Grundhaltung seine Neutralität. Sämtlichen Sichtweisen oder auch Erklärungen, egal ob sie ihm persönlich bekannt sind oder nicht, sollte er mit einer gelassenen Neugierde begegnen.

Dank der absolut neutralen Haltung ist der Coach dann auch in der Lage, alle Mitglieder des Systems aus ihrer Perspektive heraus zu verstehen. Ebenso kann er mit dieser Haltung auch sämtliche Mitglieder und ihre Sichtweisen gleichmäßig wertschätzen.

Die Neutralität oder Allparteilichkeit endet allerdings an bestimmten Punkten. Zuweilen muss ein Coach seinen Klienten eben auch einmal ermutigen, sich gegen ungerechte Strukturen zu wehren, insbesondere dann, wenn sie zum Beispiel eine ökonomische, politische oder soziale Benachteiligung bewirken. So muss ein Coach darauf achten, wann eine andere Grundhaltung in einer Situation angemessener ist.

Das Prinzip des lösungsorientierten Coachings Nr. 3: Das Nicht-Wissen ist die Grundhaltung

In der Regel kann ein Coach aus einem unerschöpflichen Pool an Wissen schöpfen, allerdings ist es hier besonders wichtig, dass seine Formulierungen und seine Hypothesen nicht überlegen wirken, wie die eines Experten. Die angemessene Haltung ist eher die des Nicht-Wissens. Schließlich geht es ja darum, dass ein Coach niemals wissen kann, was für seinen jeweiligen Klienten das Beste ist, das muss der Klient eben selbst entdecken.

Gleichwohl erahnen oder wissen Coaches sogar aufgrund ihrer Erfahrung, wie die mögliche Lösung des Problems lautet. Doch das muss noch lange nicht die Lösung für den jeweiligen Klienten sein.

In bestimmten Fällen kann es notwendig werden, die eigene Meinung kundzutun oder eine Einschätzung abzugeben, allerdings sollte diese stets als vorläufig oder auch zu überprüfend und gegebenenfalls revidierbar gekennzeichnet werden.

Das Prinzip des lösungsorientierten Coachings Nr. 4: Respekt und Wertschätzung heißt die Devise

Um eine Basis für eine gewinnbringende Zusammenarbeit mit dem Klienten zu erreichen, setzt das systematische Coaching Respekt und Wertschätzung für die Person voraus. Nicht selten ist es aber notwendig, eine gewisse Respektlosigkeit, bezogen auf die Probleme und Symptome des Klienten, an den Tag zu legen.

Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn die Beziehung zwischen Coach und Klient – besonders für den Klienten erkennbar – von Respekt und Wertschätzung geprägt ist.

Das Prinzip des lösungsorientierten Coachings Nr. 5: Orientierung auf die Lösung und die Ressourcen

Beim Coaching geht es natürlich darum, die Sichtweise zu verändern. Während es sonst immer um die eigentliche Problemlösung geht, nämlich um die Frage, wer an der Problemerzeugung und am Aufrechterhalten des Problems beteiligt ist, geht es bei der Lösungsorientierung darum, den Schwerpunkt zu verlagern. Nicht länger geht es nun um die Problemlösung, sondern ausschließlich um die Lösungsorientierung. Für die Lösung des Problems muss herausgefunden werden, wer oder was eigentlich wichtig ist.

Grundsätzlich gehen Coaches davon aus, dass der Klient genug eigene Möglichkeiten besitzt, um seine Probleme zu lösen, das bedeutet Ressourcenorientierung. Wie überall, gibt es aber auch hier Ausnahmen. Denn manchmal ist es zielführender, das reale Problem zu analysieren, als den Blick auf die Ressourcen zu richten.

Das Prinzip des lösungsorientierten Coachings Nr. 6: Orientierung am Klienten

Die Klärung des Auftrages des Klienten ist immer der Schwerpunkt eines jedes Coachings. Möglichst jeder Beteiligte soll klar erkennen können, wie die Zielerreichung aussieht und woran man sie erkennt. Selbstverständlich entscheidet aber jeder Klient selbst, ob und wann das Ziel erreicht ist. Daher ist der Coach nur der Experte für den Prozess und der Klient ist dann der Experte für die Lösung.

Das Prinzip des lösungsorientierten Coachings Nr. 7: Die Wirklichkeit nimmt jeder anders wahr

Da jeder die Wirklichkeit für sich persönlich anders empfindet, lässt sich eines sagen. Die „Wirklichkeit“ wird als eine subjektive, also vom Individuum selbst konstruierte Wahrnehmung erachtet. In diese Wirklichkeit fließen individuelle Erfahrungen und Werte ein. Daher werden auch die Probleme im Zusammenhang mit erstarrten Wirklichkeitskonstruktionen gesehen. Hier wird der Coach benötigt, denn der Klient kann sich ohne Unterstützung nicht oder nur schwer von ihnen lösen. Hier geht es nun darum, neue Perspektiven und Sichtweisen und somit neue Möglichkeiten zu eröffnen.


Das könnte Sie auch interessieren: Das erwartet Sie während der Coaching-Ausbildung

* Selbstverständlich können Sie den 150 Euro Gutschein sowie eBooks und Leitfäden auch unabhängig von einer Newsletter-Anmeldung anfordern. Schreiben Sie uns dazu bitte eine kurze E-Mail mit Link zu dieser Seite.

Copyright © 2019 [r]evolution. Impressum | Datenschutz