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Kreativitätstechniken – ein ausführlicher Überblick

© Marius Graf/Fotolia
Kreativitätstechniken

Ideenfindung und kreative Einfälle sind Prozesse, die sich steuern lassen. Zwar lässt sich Kreativität nicht erzwingen, sehr wohl aber anregen. In diesem Artikel stellen wir Ihnen einige der gängigsten Kreativitätstechniken vor und erläutern, wie Sie diese anwenden. Mit diesem Wissen ausgestattet, werde Sie immer dann gute Ideen haben, wenn es darauf ankommt.

Mitarbeiterpotenzial nutzen

Für ein Unternehmen ist es wichtig, das kreative Potenzial der Mitarbeiter auszuschöpfen. Einerseits gewinnen Sie hierdurch lohnenswerte Anregungen und Ideen, die Ihren Betrieb voranbringen. Gleichzeitig erhöhen Sie die Motivation Ihrer Mitarbeiter. Wenn diese Ideen einbringen und umsetzen dürfen, fühlen sie sich mit ihrer Arbeit und dem Unternehmen verbunden. Sie erledigen keine Fließbandarbeit, sondern dürfen ihre Kreativität ausleben. Das ist für die Erledigung von Arbeiten ebenso wichtig wie für das Erschließen neuer Themenfelder.

Allerdings ist es nicht immer leicht, auf das eigene Kreativitätspotenzial zuzugreifen. Äußere und innere Einflüsse sowie Hemmschwellen verhindern, dass die Kreativität fließt. Hier kann mit Kreativitätstechniken gegengesteuert werden. Diese helfen dabei, Störfaktoren und Blockaden auszuschalten beziehungsweise abzubauen. Die Mitarbeiter können sich in einem sicheren Arbeitsumfeld austoben, ohne Angst haben zu müssen, für ihre Ideen ausgelacht oder schief angesehen zu werden. Es ist wichtig, dass diese Kreatvitätstechniken von jemandem geleitet und durchgeführt werden, der sie beherrscht.

Ein Ziel und viele Wege

Bei den Kreativitätstechniken führen viele Wege nach Rom. Rom ist hierbei das große Ziel, die Kreativität der Mitarbeiter zu wecken und nutzbar zu machen. Mittlerweile gibt es mehrere Dutzend Kreativitätstechniken, die unterschiedliche Ansätze haben und Ziele verfolgen. Die wohl bekannteste Kreativitätstechnik ist das Brainstorming. Assoziativ werden hier Ideen genannt, die mit einer Problemstellung in mehr oder weniger enger Beziehung stehen. Durch das freie Assoziieren kommen meist Dinge an den Tag, auf die man mit bloßem Überlegen nicht gekommen wäre. Die so gefundenen Ideen werden dann auf einer Mindmap festgehalten und in Verbindung zueinander gesetzt.

Neben dieser „Mutter aller Kreativiätstechniken“ gibt es aber noch viele weitere Methoden, mit denen die Kreativität der Mitarbeiter geweckt werden kann. Das Ziel dieser Techniken ist immer, Ideenlosigkeit zu überwinden und zu außergewöhnlichen Lösungsansätzen zu kommen. Hierbei gibt es nicht die eine Technik, mit der alle Mitarbeiter zufrieden sind. Vielmehr kommt es darauf an, die geeignete Technik für eine bestimmte Problemstellung zu finden. Außerdem kommen einige Mitarbeiter mit bestimmten Kreativitätstechniken besser zurecht als mit anderen. Es kommt also auf die Wahl der individuell richtigen Methode an, um zu Ergebnissen zu gelangen.

Kreativitätstechniken #1 – Das Innovationdigging

Das Innovationdigging trägt das Ziel bereits im Namen: Das Graben nach Innovationen. Das Hauptproblem bei der Ideenfindung besteht oft darin, keinen Startpunkt für die Suche zu haben. Die Mitarbeiter wissen dann gar nicht, wo sie mit der Suche nach Ideen und Lösungsansätzen beginnen sollen. Hier setzt das Innovationdigging an. Es bündelt die kreativen Kräfte einer Gruppe und kanalisiert diese. Die große Stärke der Methode liegt in ihrer Systematik. Es wird nicht drauflos diskutiert, ohne dass am Ende verwertbare Ergebnisse herauskämen. Vielmehr wird wie bei einer archäologischen Ausgrabung an vielversprechenden Stellen gezielt nach Ideen gegraben.

Der Vorteil dieser Kreativiätstechnik liegt in ihrer Steuerbarkeit. Das erleichtert den Start in die Ideenfindung und es unterstützt die Suche nach neuen Ansätzen. Das Innovationdigging erhöht die Motivation der Mitarbeiter und bezieht sie in den Findungsprozess mit ein. Es können konkrete Kennzahlen gebildet werden, mit denen die Ideenfindung mess- und kalkulierbar wird. Hierbei wird eine optimale Mischung aus freiem Denken und Controlling angestrebt. Die Mitarbeiter sollen in ihrer Kreativität nicht eingeschränkt sein, allerdings soll eine Diskussion zu brauchbaren, praxisnahen Ergebnissen führen. Genau das leistet das Innovationdigging.

Kreativitätstechniken #2 – Lego serious play

Die Kreativiätstechnik Lego serious play kombiniert die Freude am Spiel mit der strukturellen Ideenfindung. Im Unterschied zum Innovationdigging, das fast ausschließlich bei Gruppen zum Einsatz kommt, ist Lego serious play auch von Einzelpersonen nutzbar. Die Mitarbeiter bekommen bei dieser Methode eine konkrete Anzahl von Legosteinen mit unterschiedlichen Farben an die Hand. Damit erstellt man dann Modelle, die eine bestimmte Situation im Unternehmen veranschaulichen oder aus einer neuen Sicht betrachten.

Diese Methode verwendet man für unterschiedliche Zielsetzungen. Es ergeben sich neue Geschäftsstrategien oder Verfeinerungen bereits bestehender. Ebenso besteht die Möglichkeit, Krisensituationen zu meistern und Lösungsansätze für Problemstellungen zu entwickeln. In der Regel nutzt man Lego serious play im Rahmen von Workshops. Hierbei profitieren die Teilnehmer von einer gesteigerten Kreativität durch das aktive Modellieren mit den Steinen. Außerdem fördert diese Kreativitätstechnik die Kommunikation der Workshop-Teilnehmer untereinander und führt zu einem tieferen Verständnis eines Themas oder einer Problemstellung.

Kreativitätstechniken #3 – Walt-Disney-Methode

Diese Methode stammt aus der Ideenschmiede von Walt Disney. Sie dient dazu, kreative Ideen zu entwickeln, auf Brauchbarkeit zu prüfen und umzusetzen. Einzelpersonen und kleinere Gruppen nutzen diese Methode für gewöhnlich gleichermaßen. Diese Kreativitätstechnik ist eine Art Rollenspiel. Die Teilnehmer schlüpfen nacheinander in die Rolle des Träumers, des Realisten und des Kritikers. Als Träumer steht es ihnen frei, wild zu assoziieren und alle erdenklichen Ideen zu entwickeln. Als Realist ist es ihre Aufgabe, die so entstandenen Ideen dann zu prüfen. Sind sie umsetzbar und praxistauglich? Falls ja: Welche Materialien und Voraussetzungen müssen für die Realisierung gegeben sein? Der Kritiker prüft die so entwickelten Lösungsansätze kritisch. Er wägt die Chancen und Risiken ab, prüft die mit der Umsetzung verbundenen Schwierigkeiten und entwickelt einen eigenen Standpunkt. Durch verschiedene Durchläufe treten so immer neue, teils brauchbare Ideen zutage.

Kreativitätstechniken #4 – Design thinking

Das Design thinking ist ein multidisziplinärer Ansatz. Das bedeutet, dass immer mehrere Mitarbeiter aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen zusammenarbeiten. Die Idee ist, dass so alle mit dem Unternehmen verbundenen Faktoren vom Kunden bis zur IT vertreten sind. Im Zusammenspiel der einzelnen Mitarbeiter nutzt man so Synergieeffekte. Zudem ist die Chance groß, dass so gefundene Lösungsprozesse sowohl praxisorientiert als auch umfassend sind, da von allen Unternehmensbereichen Input kommt. Das Design thinking arbeitet mit verschiedenen Stufen, die vom Beobachten über die Ideenfindung bis hin zum Test der in der Gruppe entwickelten Ideen reichen. Das Verfahren ist nutzerorientiert und arbeitet mit Techniken aus dem Designbereich.


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