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Konstruktiver Umgang mit Konfliktsituationen

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Konfliktsituationen, Konfliktmanagement

Konflikte lassen sich am Arbeitsplatz in der Regel nicht vermeiden. Unstimmigkeiten zwischen Kollegen und Vorgesetzten können immer wieder zu Konfliktsituationen führen. Diese Konflikte können das Betriebsklima erheblich stören und mitunter sogar dazu führen, dass eine Partei das Unternehmen verlässt. Damit es nicht soweit kommt, ist ein konstruktiver Umgang mit Konflikten gefragt.

Konfliktmanagement, was ist das?

Konfliktmanagement heißt zunächst, Konflikte zu analysieren und zu lösen. Dabei ist entscheidend, ob Sie selbst am Konflikt beteiligt sind oder ob Sie als neutrale Person oder Führungskraft den Konflikt schlichten müssen. Davon hängt ab, wie Sie bei der Lösung vorgehen. Für Konfliktgespräche gelten wichtige Grundregeln der Gesprächsführung, die einen Rahmen schaffen und bei der Vorbereitung helfen.

Grundsätzlich ist also zu unterscheiden: Bin ich selbst im Konflikt involviert? Wie verhalte ich mich gegenüber der anderen Seite? Welche Verfahren können zur Konfliktlösung genutzt werden? Welche Lösung kann am Ende stehen? Haben Sie die Vermittler-Rolle übernommen? Müssen Sie einen Konflikt im Team, unter Kollegen oder unter Mitarbeitern lösen? Wurden Sie von einer Konfliktpartei als Schlichter angesprochen?

Sie sind selbst eine Konfliktpartei

Wichtig ist immer, den Konflikt möglichst früh zu erkennen. Es ist zu hinterfragen, ob es sich um Meinungsverschiedenheiten oder handfeste Auseinandersetzungen handelt. Konflikte müssen aus der Welt geschaffen werden, damit sie nicht eskalieren. Vor allem in der Anfangsphase gibt es noch viel Spielraum und für beide Seiten akzeptable Lösungsansätze.

Positionen offenlegen

Sagen sie offen, was Sie stört und welche Veränderungen Sie sich erhoffen. Dabei sollten beide Seiten auch ihre Gefühle ausdrücken können. In Ich-Botschaften lässt sich am besten vermitteln, was Sie bewegt und was Sie stört.

Gefühle kontrollieren

In Konfliktsituationen ist es wichtig, sich nicht provozieren zu lassen. Denken Sie erst über die Reaktion und die Äußerungen der anderen Seite nach. Sinnvoll ist es, das Gespräch später fortzusetzen, bevor die Situation eskaliert. Zur Konfliktlösung ist auch eine sachliche Ebene wichtig. Daher gilt es, die eigenen Emotionen möglichst zu kontrollieren.

Lösung für den Konflikt

Als Konfliktpartei sollten Sie signalisieren, dass Sie zu einer konstruktiven Lösung bereit sind. Das müssen Sie jedoch auch wirklich wollen. Für die Lösungsfindung kann auch ein Mediator oder ein Moderator hilfreich sein.

Es gilt, wichtige Fragen zu klären:

  • Worum geht es eigentlich?
  • Geht es um die Sache oder die persönliche Beziehung?
  • Was wollen Sie?
  • Was ist möglich und realistisch?
  • Gibt es Möglichkeiten mit mehr Spielraum?
  • Wie gehen Sie mit einem ungünstigen Ausgang um?

Gemeinsam verhandeln

Im Konfliktgespräch müssen Sie herausfinden, worauf Sie sich einigen können. Besprechen Sie die Streitpunkte. Beide Seiten müssen auch die andere zugehen. Vereinbarungen sollten schriftlich und detailliert festgehalten werden. Vereinbaren Sie nur etwas, wozu Sie bereit sind und zu dem Sie stehen können.

Sie sind Führungskraft beider Konfliktparteien

Wichtig ist, dass Sie als Vorgesetzte oder Vorgesetzter Probleme und Konflikte Ihrer Mitarbeiter wahrnehmen und beide Seiten darauf ansprechen. Wenn Sie erst anfangen, evidente Schwierigkeiten zu verschweigen oder zu verdrängen, finden Sie sich sehr schnell in einer Sackgasse des Misserfolges wieder. Im Gegensatz dazu müssen Sie dem eigentlichen Grund für den Konflikt auf den Grund gehen. Finden Sie die Ursache für die Konfliktsituationen heraus. Dazu müssen Sie unter anderem feststellen, ob sich beide Parteien bewusst sind, dass es sich um einen Konflikt handelt. Finden Sie die jeweiligen Forderungen beider Seiten heraus. Fragen Sie nach, ob es noch weitere, tiefgreifendere Ursachen gibt. Versuchen Sie zu klären, welche Lösungsvorschläge vorliegen und machen Sie auch Ihre Wunschvorstellung deutlich. Beide Seiten müssen ein ehrliches Interesse daran haben, den Konflikt zu lösen.

Konfliktsituationen mit Konfliktgesprächen klären

Es gibt einige allgemeine Grundregeln für ein konstruktives Gespräch. Das gilt insbesondere auch für die Gesprächsführung in Konfliktsituationen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie das Gespräch als Konfliktpartei führen oder als Vorgesetzter das Gespräch moderieren.

Wichtig ist, gleich auf den Punkt zu kommen und Small Talk zu vermeiden. Unterbinden Sie unnötige Vorwürfe und Angriffe auf persönlicher Ebene. Bleiben Sie sachlich und nüchtern und schildern Sie, worum es geht und wie Sie die Situation einschätzen.

Im Gespräch sollten Sie zunächst eine Konfliktpartei sprechen lassen oder als Beteiligter selbst das Wort ergreifen. Beide Konfliktparteien sprechen nacheinander. Am Ende sollten Sie die Aussagen zusammenfassen und so die Problematik aus Ihrer Sicht reflektieren. Dabei kann es auch zu Korrekturen kommen, wenn etwas falsch wiedergegeben wurde.

Wichtig ist auch, Fakten und Gefühle zu trennen. In Konfliktsituationen neigen wir zur Überreaktion und emotionalen Ausbrüchen. Wenn es um eine sachliche beziehungsweise fachliche Problematik geht, wird diese Sache besprochen. Wenn es um Persönliches und eine Beziehung geht, stehen die Gefühle im Vordergrund.

Beide Konfliktparteien kommen zu Wort. Sie müssen der Gegenseite zuhören, wie sie Ihnen zugehört hat. Korrigiert wird nur bei Missverständnissen. Im Gespräch lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzeigen. Die Gemeinsamkeiten werden festgehalten, über die strittigen Punkte und Unterschiede wird verhandelt. Dabei können Sie gemeinsam für beide Seiten akzeptable Lösungen erarbeiten.

Die Verhandlungen sollten fair, hart in der Sache und lösungsorientiert ablaufen. Die getroffenen Vereinbarungen werden schließlich schriftlich festgehalten und in einem Maßnahmenplan fixiert, dem beide Seiten zustimmen sollten.

Für die Gespräche ist ein freundlicher und respektvoller Umgang entscheidend, um Konfliktsituationen zu entschärfen und zu lösen. Am Ende sollten sich beide Seiten für das konstruktive Gespräch bedanken.

Konfliktsituationen konstruktiv nutzen

Oft werden Konflikte als störend, persönlich und unerwünscht eingeschätzt. Konflikte schaffen Probleme und verbrauchen Energie. Meist werden Konflikte nur auf der persönlichen Ebene betrachtet. Das führt zur Annahme, dass Konflikte durch die Einwirkung auf die beteiligten Personen gelöst werde können.

Dabei können Sie Konflikte auch konstruktiv nutzen und anders betrachten.

Konfliktsituationen provozieren zum Nachdenken und zwingen zum Handeln. Außerdem fördern Konflikte Entwicklung. Man kann Konflikte auch als Motor für Fortschritt und Weiterentwicklung sehen. Sehen Sie die Chancen, die Konflikte bieten. Konflikte lassen sich nicht vermeiden, können aber produktiv genutzt werden.

An erster Stelle stehen dabei die Kompromisse, mit denen beide Seiten gut leben können. Im nächsten Schritt braucht es dann jedoch einen tragfähigen Konsens. Oft benötigt man die Auseinandersetzung, um den Schritt nach vorn zu gehen und arbeitsfähig zu sein. Das macht Sie handlungsfähig und trägt zu Veränderungen bei.


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