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Gesundheitsgefahren durch Hitzearbeit erkennen und vermeiden

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Hitzearbeit

Gerade während der Sommermonate steigen die Temperaturen in Werkstätten, Werkhallen und Büros überdurchschnittlich hoch – Stichwort Hitzearbeit. Das ist nicht nur unangenehm für die Arbeiter, sondern wirkt sich auch negativ auf deren Arbeitsleistung und Motivation aus.

Mit dem Ansteigen der Temperaturen nimmt auch die Unfallgefahr exponentiell zu. Einzig und allein der Arbeitgeber kann hier für Abhilfe sorgen, doch die Frage ist, ob der Arbeitgeber auch durch den Gesetzgeber dazu verpflichtet ist.

Was sagt der deutsche Gesetzgeber zur Hitzearbeit?

Zwar ist in der ASR (Arbeitsstättenrichtlinie) Nr. 6 festgehalten, dass die Raumtemperatur nicht höher als 26 Grad Celsius liegen sollte, doch sind witterungsabhängig auch Ausnahmen erlaubt. Daraus resultiert, dass ein Arbeitgeber laut Gesetzgeber nicht dazu verpflichtet ist, für eine Temperatursenkung zu sorgen.

Allerdings schreibt das Arbeitsschutzgesetz (§ 6) vor, dass der Arbeitgeber dazu verpflichtet ist, eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Dabei dreht es sich nicht nur um die Arbeit bei Hitze, sondern auch um die Temperaturen in den Räumen in der kalten Jahreszeit, im Winter.

Was wird bei der Gefährdungsbeurteilung bewertet?

Bei der Hitzearbeit-Gefährdungsbeurteilung wird nicht nur die Temperatur, sondern auch andere Faktoren, wie Wärmestrahlung und Luftfeuchtigkeit bewertet. Gleichzeitig spielen aber auch der gesundheitliche Zustand der Arbeiter, die Pausenregelungen und die Arbeitsbelastung eine wichtige Rolle.

Hohe Luftfeuchtigkeit und Arbeit bei Hitze: Die Handlungsanleitung für eine Gefährdungsbeurteilung

Handlungshilfe für die Gefährdungsbeurteilung bei Hitzearbeit mit hoher Luftfeuchtigkeit finden Sie bei

  • BGI 7002 „Beurteilung von Hitzearbeit“
  • BGI7003 „Beurteilung des Raumklimas“
  • BGI 579 „Hitzearbeit: Erkennen – Beurteilen – Schützen“

In den Regelwerken ist festgelegt, dass zu den tatsächlich gemessenen Temperaturen Zuschläge dazugerechnet werden müssen, wenn die durchzuführende Tätigkeit einen direkten Einfluss auf die Wärmebelastung des Arbeiters hat.

Natürlich müssen auch erhöhte Luftfeuchtigkeit, isolierende Arbeitskleidung und/oder fehlender Luftzug bedacht werden. Eben diese Faktoren sind auch der Grund dafür, warum die Temperaturbelastung über der tatsächlich gemessenen Raumtemperatur liegt.

Beispiele für Hitzearbeit

  • Hähnchenbrater
  • Baustellen
  • Arbeiten in einer Gießerei
  • Arbeiten an Hochöfen

Wichtig: Bei den Berufsgruppen, die unter Hitzearbeit fallen, schreibt die neue ArbMedVV in Anhang Teil 3 G 30 vor, dass eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung zu erfolgen hat.


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