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Was ist das Handelsregister? Definition und wichtige Infos

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Handelsregister

Das Handelsregister ist ein Verzeichnis des Amtsgerichtes, in dem alle Kaufleute eingetragen sind. Jeder Interessierte kann das amtliche Verzeichnis einsehen und sich selbst über die Unternehmensdaten ein Bild machen. Daher gilt das Verzeichnis mitunter auch als Informationsquelle.

Welche Besonderheiten bringt das Verzeichnis mit sich und was müssen Sie bei der Registereintragung Ihres Unternehmens beachten?

Die Aufgaben des amtlichen Verzeichnisses sind ein Zugewinn

Die Hauptaufgaben eines Handelsregisters bestehen darin, die Allgemeinheit über Unternehmen zu informieren, und dieses auf einem besonders anwenderfreundlichen Weg: Das Verzeichnis ist öffentlich dargelegt und jeder Interessierte kann das Register im Internet unter www.handelsregister.de ausfindig machen. Die Informationen, die dort veröffentlicht sind, haben die Hauptaufgabe, bei jeglichem Geschäftsverkehr zur Rechtssicherheit beizutragen. Dieses kommt besonders bei Vertragsabschlüssen zwischen zwei oder mehreren Unternehmen und auch zwischen einem Unternehmen und Privatpersonen zum tragen.

Ob auch Sie Ihr Unternehmen im Handelsregister eintragen müssen, erfahren Sie anhand von ein paar Fakten. Grundsätzlich ist zu sagen, dass alle Kaufleute Ihr Unternehmen im amtlichen Verzeichnis einzutragen haben. Dass sich jedoch jeder Selbstständige an die Eintragung halten muss, gilt beim Handelsregister nicht. Haben Sie als Unternehmer keinen Geschäftsbetrieb, der in kaufmännischer Form eingerichtet ist, dann können Sie selbst entscheiden, ob Ihr Unternehmer im Verzeichnis ersichtlich sein soll. Wenn Sie sich dazu entscheiden, Ihr Unternehmen eintragen zu lassen, dann gehören Sie ab dem Zeitpunkt den Kaufleuten an.

Bedeutende Details ändern sich für Sie: Ab der Eintragung gilt für Ihr Geschäft das Handelsgesetzbuch.

Zudem sind Sie in der Pflicht, die doppelte Buchführung und den Jahresabschluss umzusetzen. Ein weiterer Punkt ist die Gewinn- und Verlustrechnung und auch die Sorgfaltspflicht ist zu beachten. Gehört Ihre Berufstätigkeit jedoch den freien Berufen an, dann entfällt die Eintragung im Register. Dies gilt übrigens auch, wenn Sie als Gesellschaft des bürgerlichen Rechts auftreten. Sie haben nach Prüfung die freie Wahl einer Eintragung oder müssen sich in das Register eintragen lassen.

Die Anmeldung des Registers übernimmt in der Regel ein Notar für Sie, daher müssen Sie lediglich die entsprechenden Unternehmensdaten einreichen.

Folgende Angaben sind relevant:

  • Rechtsform Ihres Unternehmens
  • Unternehmenssitz
  • Gegenstand Ihres Unternehmens
  • Geschäftsführung und Art der Vertretung
  • Prokura
  • Grundkapital und Kommanditkapital

Informieren und registrieren – Das amtliche Verzeichnis ist manchmal verpflichtend

Das amtliche Verzeichnis hat Informationscharakter und bestimmte Unternehmer sind dazu verpflichtet, eine lückenlose Eintragung vornehmen zu lassen. Dazu gehören besonders Einzelunternehmen, GmbHs, OHGs, Unternehmergesellschaften und auch Kommandit- und Aktiengesellschaften sind im Register einzutragen. Doch nicht irgendwie, sondern die Unternehmen sind übersichtlich in zwei verschiedenen Abteilungen eingeteilt. Abteilung A steht für Einzelunternehmer, OHGs und Kommanditgesellschaften sowie zum Beispiel auch für rechtsfähige Vereine. GmbHs, Unternehmer- und Aktiengesellschaften teilen sich die Abteilung B. Das Register erfüllt verschiedene Funktionen, die für Interessierte und auch für Sie als Unternehmer wichtig sind. Prinzipiell sprechen 4 Funktionen für das Handelsregister, die mit der Eintragung abgedeckt sind. So kommt das amtliche Register der

  1. Beweisfunktion,
  2. Publikationsfunktion,
  3. Schutzfunktion und der
  4. Kontrollfunktion

nach. Die Einsicht geht auf den § 9 Absatz 1 HGB zurück, und laut Gesetz heißt es, Ihren Unternehmenseintrag darf jeder Interessierte einsehen. Jedes Unternehmen ist entweder deklaratorisch oder konstitutiv eingetragen. Ist Ihr Unternehmen deklaratorisch (rechtsbezeugend) anerkannt, dann bestand die Rechtswirkung bereits schon vor der Eintragung. Bei einer konstitutiven (rechtserzeugenden) Eintragung tritt die Rechtswirkung Ihres Unternehmens erst nach der Eintragung ein.

Die Eintragung ist zudem äußerst praktisch gestaltet und erfolgt auf dem elektronischen Weg. Im Register sind sämtliche Unternehmensinformationen zu finden, die sich außerdem nicht allein nur auf den Sitz des Unternehmens und die Rechtsform beziehen. So können sich Interessierte auch zum Beispiel über die Eröffnung oder Aufhebung eines Insolvenzverfahrens erkundigen oder weitere Einträge zu den Rechtsverhältnissen einsehen. Das amtliche Verzeichnis ist dabei deshalb so umfassend, weil die Funktionen des Registers sich dadurch leichter bewältigen lassen.

Das Handelsregister im Berufsalltag

Sie möchten oder müssen Ihr Unternehmen in das Register eintragen? Dann erfolgt die Eintragung normalerweise auf Antrag. Ihre Eintragung geschieht außerdem in öffentlich beglaubigter Form und auf elektronischem Wege. § 12 Absatz 1 HGB gibt die Eintragung vor. Zudem müssen Sie berücksichtigen, dass auch Veränderungen und Löschungen einzutragen sind. Daher ist die Sache nach einer Neuanmeldung nicht weg vom Tisch. Wenn Ihr Unternehmen der Art eines kaufmännischen Betriebes entspricht, dann ist die Eintragung allenfalls verpflichtend.

Wichtig: Seien Sie außerdem aufmerksam, eine nicht erfolgte Register-Anmeldung bringt womöglich ein Zwangsgeld mit sich.

Wie bereits angedeutet, ist die Publizität natürlich wesentlich und auch beim Handelsregister hat die Publikation zwei Seiten: Positiv ist daran, dass sich jeder Interessierte auf die Tatsachen, die im Register eingetragen sind, berufen kann. Andererseits hat das Ganze auch einen negativen Touch. So kann niemand eine Sachlage auf eine Insolvenz beziehen, wenn diese nicht im Register eingetragen ist. Daher hat die Medaille also zwei Seiten. Doch sicher ist, wer grundsätzlich zu einer der zwei Register-Abteilungen gehört, muss auch die Eintragung anmelden. Um übrigens das eigene oder andere eingetragene Unternehmen im Register ausfindig zu machen, sind keine besonderen EDV-Kenntnisse notwendig.

Das Handelsregister-Portal

Einfach den Unternehmensnamen in die vorgesehene Zeile eintragen und schon können Sie die Eintragungen einsehen. Vorausgesetzt ist allerdings, dass Sie als User des Handelsregister-Portals registriert sind. So sehr Sie Ihr Unternehmen bei einer freiwilligen Eintragung wahrhaftig offenlegen, so sehr können Sie auch davon profitieren. Sehr viele Geschäftspartner schätzen die Eintragung, die absolutes Vertrauen weckt.

Tipp: Durch die Registereintragung bringen Sie Ihrem Geschäftspartner und den Banken ein gewisses Vertrauen entgegen, was natürlich auch Ihrer Seriosität zu Gute kommt.

Sie können sich nicht für und nicht gegen eine Eintragung entscheiden? Wenn Sie die Wahl haben, dann lohnt es sich, eine Eintragung explizit zu überdenken und den Nutzen darin zu sehen. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater, mit Fachpersonen oder Geschäftspartnern und anderen Unternehmern, die ebenso freiwillig eingetragen sind. So finden Sie schnell heraus, ob eine Handelsregistereintragung auch für Sie die ideale Möglichkeit ist.


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