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Wie Menschen Gefahren wahrnehmen und mit Risiken umgehen

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Gefahren wahrnehmen

Wie Menschen Gefahren wahrnehmen und mit Risiken umgehen, hängt von vielen Faktoren ab. Einige möchten sich Risiken nicht aussetzen und umgehen damit die Konfrontation. Andere Menschen gehen einer Gefahrensituation konfrontativ entgegen. Dennoch gibt es bestimmte Arten der Wahrnehmung und des Umgangs mit Risiken, welche für den Menschen typisch sind. Welche das sind und was für die Wahrnehmung von Gefahrenquellen ausschlaggebend ist, erfahren Sie hier.

Die Gene, das Umfeld, die Bildung und die Wahrnehmung

Genetische Faktoren leisten einen großen Beitrag zur Entwicklung des individuellen Charakters eines Menschen. Weiterhin ist die Entwicklungsgeschichte der Ahnenreihe wichtig für den einzelnen Menschen und seinen Umgang mit Gefahren sowie für seine persönliche Risikobewertung. Haben sich seine Ahnen schwierigen Situationen nicht gestellt, so setzt sich diese Tradition meist fort. Im Rahmen ihrer Geschichte haben die Familienmitglieder bestimmte Erfahrungen gemacht. Daraus zogen sie ihr Fazit und gaben dieses an die Nachfahren weiter.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist ausschlaggebend dafür, wie wir Gefahren wahrnehmen: unser Umfeld. Befinden wir uns in einer Gesellschaft ohne direkten Kontakt zu anderen Menschengruppen – wie etwa Urvölker –, so sehen wir uns selten mit einer Risikobewertung konfrontiert. Auch das Selbstbewusstsein trägt zum Umgang mit Risikosituationen bei. Ein starkes Selbstbewusstsein geht mit geringeren Ängsten einher. Dadurch fällt die Wahrnehmung sowie die Bewertung der Gefahr anders aus als bei Menschen mit einem geringen Selbstbewusstsein.

Die Bildung spielt ebenso eine nicht unwesentliche Rolle. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass ein Mensch mit einem höheren Bildungsgrad gleichzeitig

  • mehr Angst hat
  • Gefahren schneller wahrnimmt
  • und einen günstigeren Umgang mit Risiken entwickelt.

Er erkennt potenzielle Gefahren aufgrund seines Erfahrungsschatzes sowie seiner Fähigkeit zum logischen Denken schneller. In der Konsequenz geht er derartigen Situationen aus dem Weg.

Moralische Werte, politische Bildung und Kommunikation

Was eine Gefahr ist, entscheidet der Kopf meist relativ schnell. Auch die Reaktion darauf erfolgt binnen kurzer Zeit. Sie hängt nicht ausschließlich mit der Reizübertragung an Nervenzellen zusammen. Häufig sind es Erinnerungen, die uns zu einer Entscheidung bewegen. Und es sind moralische Aspekte. Bereits in Kindertagen vermitteln uns die Älteren moralische Werte. Was wir dürfen und wie wir es umsetzen, das erfahren wir von den Eltern und bauen dieses Wissen in unser Leben ein.

Die politische Bildung hat ebenso Einfluss darauf, wie Menschen Gefahren wahrnehmen. Was ist politisch vertretbar und was ist in diesem Staat, in dieser Gesellschaft nicht gern gesehen? Aus den Erfahrungen durch Medien – und hier vor allem durch die Nachrichten – erlernt der Mensch das Erkennen von Gefahren, das Einschätzen gefährlicher Situationen und wie andere Personen mit derselben Gefahr umgehen.

Kommunikation stellt die Weichen für das gesamte Leben und sagt gleichsam aus, wie Menschen Gefahren wahrnehmen. Dabei ist jedoch nicht ausschließlich die Kommunikation mit anderen Menschen von entscheidender Bedeutung. Die Einstellung zum Leben, die Betrachtungsweise, der Umgang mit Situationen – all das bringt eine innere Kommunikation mit sich. Wer mit sich auf ängstliche Weise und in lebensverneinender Art kommuniziert, nimmt Gefahren anders wahr als positiv denkende Personen.

Die subjektive und objektive Sicht bezüglich Gefahren

Objektiv plädieren viele Menschen auf einen hohen Schulabschluss, um einen ranghohen Beruf und damit finanzielle Freiheit zu erreichen. Das vergrößert die Sicherheit und minimiert die Gefahren, in Engpässe zu geraten. Auf das eigene Leben bezogen fällt dieses Denken vor allem subjektiv aus. Sie sehen sich persönlich nicht unbedingt mit Gefahren konfrontiert und bemängeln eher andere Menschen, die mehr aus ihren Fähigkeiten hätten machen können.

Gleiches Szenario ist im Bankenwesen zu beobachten. Sobald ein Mensch finanzielle Freiheit hat, setzt er sein Vermögen oder einen Teil davon für besondere Geschäfte ein. Das können beispielsweise Aktien sein. Niemand weiß, ob das Geschäft lohnenswert oder ruinierend ist. Dennoch beteiligen sich viele Menschen an derartigen spekulativen Transaktionen. Sie handeln subjektiv.

Wenn im Umkehrschluss die Bank mit hohen Summen der Anleger spekuliert, ohne diese um Erlaubnis gebeten zu haben, sieht die Gefahrenwahrnehmung ganz anders aus. Die Betroffenen sind verärgert, denn sie fürchten ihr Geld zu verlieren. Die Spekulation ist also von verschiedenen Seiten betrachtet entweder etwas, was Menschen als lukrative Möglichkeit oder als bodenlose Frechheit auslegen.

Gefahren wahrnehmen und der Umgang mit Risiken

Beim Umgang mit Risiken kommt es darauf an, aus welcher Richtung die Risiken kommen. Sind sie quasi selbst auferlegt, so erscheinen sie überschaubar. Der Betroffene wägt die Gefahrenstellen ab und entscheidet sich anschließend für oder gegen eine bestimmte Verfahrensweise. Diese Risiken schätzen Menschen jeden Tag ab. Es beginnt mit der Frage, ob eine Aufgabe lieber jetzt erledigt wird oder noch Zeit hat. Die sich daraus ergebende Bewertung hat Auswirkungen auf den zeitlichen Rahmen folgender Aufgaben.

Auch die Frage, ob ein geschäftliches Schreiben noch Zeit hat oder nicht, bringt die Beschäftigung von potenziellen Risiken mit sich. Je nach Dringlichkeit und Konsequenzen handelt die Person für oder gegen die Erledigung des Schreibens. Wer sich umschaut, bemerkt, dass das ganze Leben eine Risikobewertung darstellt, tagtäglich, ja fast schon sekündlich treffen wir Entscheidungen, die uns Freude oder Ärger einbringen können.

Der Umgang mit den Risiken ist hingegen äußerst unterschiedlich und neben äußeren auch von persönlichen Faktoren abhängig. Unsere Erfahrung trägt einen hohen Stellenwert und fließt in jede Bewertung mit ein. Weiterhin: Umso wissender und vorsichtiger ein Mensch ist, desto weniger setzt er sich Risiken aus. Abenteuerlustige, selbstbewusste und vor allem die „im Moment lebenden Menschen“ sehen häufig die Gefahren nicht, schätzen sie demzufolge nicht ab und bewegen sich dadurch kontinuierlich in eine Richtung. Sie gehen mit Gefahren besser um.

Die Angst vor der Zukunft

Die Angst vor der Zukunft wirkt bei perfektionistischen Menschen lähmend. Sie fürchten sich so sehr vor Risiken, dass sie verstärkt Gefahren wahrnehmen und allen schwierigen Situationen aus dem Weg gehen, sich vermehrt distanzieren und sich so selbst ausschließen.

Andere beschäftigen sich gar nicht mit ihrer Zukunft. Das große Leid kommt erst, wenn sie sich in ihrer Zukunft befinden. Dann wünschen sie sich, sie hätten vorab Überlegungen angestellt. Dennoch ändert sich ihr Verhalten und ihre Wahrnehmung nur dann, wenn sie sich aufgrund des Nicht-Überlegens in extrem schwierige Situationen gebracht haben.

Beide Gruppen tragen ein großes Gefahrenpotenzial in sich, denn sie agieren auf selbstzerstörerische Weise. Deshalb ist es wichtig, die gesunde Mitte zu finden, sich mit den eigenen Schwierigkeiten und mit den Aufgaben im Umfeld der jeweiligen Person zu beschäftigen, sich mit Erinnerungen auseinanderzusetzen und so zu einer neutralen Verfahrensweise zu gelangen.


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