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Kurzanleitung – Gefährdungsbeurteilung erstellen

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Gefährdungsbeurteilung

Jeder Unternehmer muss sich früher oder später darum kümmern und eine Gefährdungsbeurteilung erstellen. Dabei gibt es für die Verantwortlichen jedoch, einiges zu beachten. Ein kurzer Überblick zeigt, wie eine Gefährdungsbeurteilung erstellt werden sollte. Wichtige Punkte sollten dabei nicht vergessen werden.

Gefährdungsbeurteilung erstellen leicht gemacht

Zunächst geht es darum, für die Gefährdungsbeurteilung die Struktur des Unternehmens sowie die Organisation der einzelnen Arbeitsabläufe zu erfassen. Hilfreich kann dabei sein, aus diesen Daten ein Organigramm anzufertigen. Damit fällt es dem Unternehmer leichter, einen Überblick zu bekommen. Das Organigramm bildet eine sinnvolle Grundlage einer Dokumentation, die ebenfalls notwendig ist.

Die Erfassung der Unternehmensstruktur

Wenn die Unternehmensstruktur erfasst wurde, lassen sich daraus kleinere Einheiten zur Beurteilung herleiten. So können Unternehmer festlegen, in welchen strukturellen Einheiten sie die Gefährdungsbeurteilung erstellen sollten.

Die Strukturierung ist dabei sehr wichtig, da sie wesentlich zur korrekten Darstellung und Aussagekraft der Gefährdungsbeurteilung beiträgt. Handelt es sich um Arbeitsbereiche mit weitgehend ähnlichen oder gleichen Arbeitsabläufen und Tätigkeiten, kann die Gefährdungsbeurteilung als Einheit durchgeführt werden.

Ein Beispiel wäre die Keramikindustrie. Hier könnte dies bei Putz- oder Malerarbeitsplätzen der Fall sein. In der Glasindustrie gilt dies etwa für Mal- oder Glasschleifarbeitsplätze. Im Normalfall muss die Gefährdungsbeurteilung jedoch für jeden einzelnen Arbeitsplatz und jede Tätigkeit erfolgen.

Konkrete Gefährdungen und Risiken bezüglich der Gefährdungsbeurteilung

Im Folgenden müssen nun die konkreten Gefährdungen und Risiken in den einzelnen Bereichen erfasst werden. Welche das sind, hängt auch von der Branche ab. Dazu gehören zum Beispiel brennbare Flüssigkeiten, Gase oder sonstige Stoffe, Gefährdungen durch Viren oder biologische Arbeitsstoffe, Maschinen, Stromschläge, Sturzgefahr und vieles mehr.

Des Weiteren müssen sämtliche Maßnahmen erfasst werden, die bereits zum Arbeitsschutz durchgeführt werden. Außerdem muss aufgeführt werden, welche Maßnahmen noch notwendig sind, um die erforderlichen Schutzziele zu erreichen.

Gefährdungen für Mitarbeiter erfassen

Zum Prozess der Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung gehört auch, dass die Verantwortlichen die Risiken und Belastungen für die Mitarbeiter erfassen. Es geht also um die Beanspruchung der Beschäftigten. Bei der Beurteilung kommt es nicht nur auf Wahrscheinlichkeit eines möglichen Schadens oder Unfalls an.

Wichtig sind hierbei auch die voraussichtlichen Folgen und die Schwere. Dazu sind konkrete Messungen, etwa im Bereich Lärm oder Gefahrstoffe, notwendig. Hier sind auch betriebliche Aufzeichnungen über bisherige Unfälle und bereits aufgetretene Berufskrankheiten zu berücksichtigen.

Ist dies erfolgt, sind die notwendigen Maßnahmen zu ermitteln, basierend auf der vorherigen Analyse. Das Arbeitsschutzgesetz legt dazu auch eine Rangfolge fest. Wenn Unternehmer die Gefährdungsbeurteilung erstellen, müssen sie neben den Maßnahmen auch Verantwortliche und Termine festlegen.

Kontrollen und detaillierte Dokumentation

Um abschließend die Gefährdungskontrolle erstellen zu können, muss eine Nachkontrolle folgen. Hier muss sich zeigen, dass die notwendigen Maßnahmen auch korrekt umgesetzt wurden. Die Kontrollergebnisse sind detailliert zu dokumentieren. Allerdings gibt der Gesetzgeber in diesem Bereich keine konkrete Form vor.

Viele Branchen bieten jedoch spezifische Gefährdungskataloge mit Formblättern an, die als Orientierung dienen können.

Wichtige Begriffe zur Kurzanleitung

Um die Kurzanleitung zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung verständlicher zu machen, finden nachfolgend noch einige wichtige Begriffe Erklärung. Sie fallen immer wieder im Zusammenhang mit dem Arbeitsschutz, der Sicherheit am Arbeitsplatz und der Gefährdungsbeurteilung oder Risikoanalyse.

Was sind Gefährdungen?

Gefährdungen zeichnen sich dadurch aus, dass schädliche Stoffe bzw. schädigende Energien wie elektrische Energie oder Schleifstaub entstehen und die Mitarbeiter treffen können. Dadurch kann es zu Verletzungen oder sonstigen gesundheitlichen Schäden kommen.

Was sind Belastungen?

Von einer Belastung sprechen Fachkräfte für Arbeitssicherheit, wenn es um die Gesamtheit der äußeren Bedingungen sowie der Anforderungen im Unternehmen geht. Damit sind auch Belastungen direkt am Arbeitsplatz, durch Arbeitsabläufe oder durch die Organisation des Betriebs gemeint. Die Belastungen können Mitarbeiter psychisch oder physisch beeinträchtigen.

Was ist Beanspruchung?

Wenn Mitarbeiter über Gebühr gefordert sind, spricht man von Beanspruchung. Damit sind Auswirkungen auf die Mitarbeiter gemeint, die abhängig von den individuellen Eigenschaften und Fähigkeiten die Arbeitskraft beeinflussen können.

Was ist Arbeitsinhalt in der Gefährdungsbeurteilung?

Der Inhalt der Arbeit ergibt sich für Mitarbeiter aus sämtlichen Arbeitsanforderungen, die sich aus verschiedenen Arbeitsaufträgen und bestimmten Arbeitsbedingungen ergeben.

Was sind Tätigkeiten?

In einem Unternehmen fallen viele unterschiedliche Tätigkeiten an und gehören zu einem konkreten Arbeitsauftrag. Häufig charakterisiert man die Tätigkeiten durch die dazu benötigten Arbeitsmittel. Dazu gehört etwa das Schleifen, Bohren, Heben und Tragen von Lasten oder der Umgang mit Gefahrstoffen.


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