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Was ist die Eingliederungsleistung und wie beantragt man sie?

© Thomas Aumann/Fotolia
Eingliederungsleistung

Die Eingliederungsleistung ist dafür da, um arbeitslose Menschen aktiv zu unterstützen, wieder am alltäglichen Arbeitsgeschehen teilzuhaben. Das Ziel ist also, die betroffenen Personen wieder in das Erwerbsleben einzugliedern.

Im Folgenden erklären wir Ihnen, was die Eingliederungshilfen genauer bedeuten und wie Sie diese beantragen.

Eingliederungsleistung – die Chance auf ein geregeltes Berufsleben

Die Eingliederungsleistung geht auf das Sozialgesetzbuch (SGB II) zurück und ist im § 16a gesetzlich festgelegt. Im Allgemeinen gehört zu der sogenannten kommunalen Eingliederungsleistung jene Unterstützung und Betreuung, um die Eingliederung in das Arbeitsleben zu fördern. Welche Möglichkeiten Ihnen zustehen, hängt ganz von Ihrer persönlichen Situation ab.

Die Leistungen können zum Beispiel die Unterstützung bei

  • Bewerbungen
  • Finanzierung einer Weiterbildung umfassen.

So können Sie beruflich aktiv durchstarten. Das bedeutet also, um passende Eingliederungsmaßnahmen in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie beim Jobcenter vor Ort gemeldet sein. Die Eingliederungsangebote umfassen ein ganzes Spektrum, um auch soziale Schwierigkeiten lösungsorientiert angehen zu können – falls dies notwendig sein sollte.

Zur Eingliederung gehören also nicht nur Maßnahmen, welche direkt die Arbeitssuche betreffen, sondern auch unterstützende Maßnahmen bei sozialen Engpässen. So können beispielsweise auch arbeitslose oder von der Arbeitslosigkeit bedrohte Eltern von den kommunalen Leistungen profitieren.

Beispiel: Sollten Sie eine Weiterbildung in Aussicht haben, dann sind auch Ihre Kinder in guter Obhut, denn die Finanzierung einer Kinderbetreuung müssen Sie nicht selbst tragen. Vielleicht sind bei Ihnen auch andere sensible Themen relevant, die eventuell eine Schuldnerberatung erforderlich machen oder es ist eine psychosoziale Beratung erforderlich – Ihr Fallmanager des Jobcenters nimmt Ihre Situation genauer unter die Lupe und bei Bedarf können Ihre individuellen Eingliederungsmaßnahmen besonders zeitnah erfolgen.

Die Eingliederungsvereinbarung sorgt für Klarheit

Bevor es zu den eigentlichen Eingliederungsmaßnahmen geht, vereinbaren Sie direkt mit dem Jobcenters die Einzelheiten. Sie entscheiden gemeinsam mit Ihrem Sachbearbeiter darüber, welche Maßnahmen in Ihrem Fall sinnvoll sind und wie diese umzusetzen wären. Dafür ist die Eingliederungsvereinbarung zentral. Diesen Vertrag vereinbaren Sie gemeinsam mit dem Jobcenter, wo jegliche Vereinbarungen schriftlich festzuhalten sind.

Die Eingliederungsvereinbarung hat den Sinn, dass sich beide Vertragsparteien auf den Vertrag berufen können. Eine sogenannte Standard-Eingliederungsvereinbarung gibt es also nicht, sondern jede Fallsituation ist einzeln zu bewerten. Dadurch können Sie mit einer individuellen Lösung rechnen. Kommen Sie allerdings der Eingliederungsvereinbarung nicht nach, so können Sanktionen folgen. Um auch selbst etwas zur Eingliederung in die Arbeitswelt beizutragen, sind die Eingliederungsvereinbarungen nicht vorab festgesetzt, sondern situationsorientiert zu regeln und daraufhin die Pflichten zu erfüllen. Sollten Sie trotz Ihrer Einwilligung Ihre Bedingungen nicht einhalten, so können Kürzungen Ihres ALG-II-Anspruchs auf Sie zukommen.

Daher vergessen Sie nicht die wesentlichen Vorteile Ihrer Eingliederung in das Arbeitsleben, denn Sie werden aktiv und mit dem nötigen Know-how unterstützt, um mit Perspektiven in die Zukunft zu schauen!

Hinweis: Grundsätzlich gilt die Eingliederungsleistung zunächst für 6 Monate und Sie können diese Zeit effektiv für sich nutzen. Ein Ermessensspielraum ist zudem vorhanden. Das heißt, das Jobcenter kann lösungsorientiert auf Ihre Situation eingehen.

Gehen Sie das Arbeitsleben mit individuellen Maßnahmen an

Um die Eingliederungsleistungen zu beantragen, wenden Sie sich an Ihren Fallmanager direkt beim Jobcenter. Dieser schaut sich Ihre Situation genauer an und falls eine Eingliederung nützlich ist, vereinbart Ihr Fallmanager mit Ihnen gemeinsam eine sogenannte Eingliederungsvereinbarung. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Sachlage genau zu reflektieren und vielleicht beinhaltet Ihr Alltag schon bald eine attraktive Arbeitsstelle, die genau zu Ihnen passt. Lassen Sie deshalb auch bei einer plötzlichen Arbeitslosigkeit den Kopf nicht hängen, denn unter Umständen gilt eventuell das Sofortangebot.

Wenn Sie in den letzten 2 Jahren keine Leistungen des Jobcenters oder der Agentur für Arbeit erhalten haben, dann kann Ihre Eingliederung sofort beginnen.

Übrigens: Auch wenn Sie bereits eine lange Zeit arbeitslos sind und zudem keinen Berufsabschluss besitzen oder gesundheitliche Einschränkungen haben, können Sie eine Eingliederungsleistung bekommen. Wichtig ist immer, dass Sie motiviert bei der Sache sind und Ihren Mut nicht verlieren; eine Arbeitslosigkeit können Sie mit den geeigneten Maßnahmen gut überwinden und ganz bestimmt bald schon wieder einer passenden Berufstätigkeit nachgehen.

So haben Sie als Arbeitslosengeld-II-Empfänger nicht nur Anspruch auf die Finanzierung Ihrer Unterkunft und den Lebensunterhalt, sondern auch Anspruch auf eine Eingliederung. Dass das Arbeitslosengeld II nicht das Mittel der Wahl darstellt, ist klar und daher ist es wichtig, mögliche Eingliederungsangebote natürlich auch anzunehmen.

Die kommunalen Eingliederungsmaßnahmen umfassen zum Beispiel:

Bewerbungskosten:

Jegliche Bewerbungskosten müssen Sie nicht selbst tragen, sondern bekommen Sie von Ihrem Jobcenter erstattet. Sei es das

  • Bewerbungsfoto
  • Bewerbungsmappe
  • Kosten für die Fahrten zu den Vorstellungsgesprächen.

Jegliche Kosten, die mit dem Bewerbungsprozess im Zusammenhang stehen, können Sie geltend machen.

Wichtig: Die Kostenübernahme muss vorab bewilligt sein.

Kosten der Arbeitsaufnahme:

Haben Sie bereits eine Arbeitsstelle in Aussicht, dann stehen Sie mit den Kosten ebenso nicht allein da. Vielleicht ist eine spezielle Arbeitskleidung angebracht oder es ist sogar ein Umzug erforderlich? Auch hier lassen Sie die Eingliederungsangebote nicht im Stich. Sämtliche Kosten, die mit der Arbeitsaufnahme gebündelt sind, bekommen Sie erstattet.

Berufsbezogene Eingliederungskurse:

Berufliche Eingliederungsmaßnahmen können Ihnen auf jeden Fall auf die Sprünge helfen. Ob Bewerbertraining, das strukturierte Eingliedern in den Arbeitsmarkt oder individuelle Schulungen, das alles könnten mögliche Inhalte der Maßnahmen sein.

Hauptschulabschluss:

Auch für eine schulische Laufbahn ist es nicht zu spät. Sollten Sie keinen Schulabschluss besitzen, dann ist auch eine Bildungsmaßnahme denkbar. Bedeutend dabei ist, dass Ihre berufliche Weiterbildung den Hauptschulabschluss verlangt. Sehr viele Berufsausbildungen können Sie häufig nicht ohne einen Schulabschluss antreten, daher gibt es die Möglichkeit, dass Sie vorab den Hauptschulabschluss nachholen.

Berufliche Weiterbildung:

Wenn Ihr Arbeitsleben eine Weiterbildung notwendig macht oder die Chance auf eine Arbeitsstelle bedeutend steigert, dann müssen Sie die Kosten als Arbeitslosengeld-II-Empfänger nicht selbst übernehmen. Erfüllen Sie jene Voraussetzungen, dann erhalten Sie vom Jobcenter einen sogenannten Bildungsgutschein. Alle Kosten werden dabei übernommen, zudem auch die Kosten für die Unterbringung und Verpflegung, falls es die Weiterbildung notwendig macht. Die Ausnahme bestätigt allerdings die Regel, das bedeutet, auch bei der Übernahme von Bildungskosten ist die individuelle Situation zu berücksichtigen.


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