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Zeitmanagement-Typen nach dem DISG-Modell

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DISG-Modell, Zeit, Uhren

Wir alle haben für unsere teils ellenlangen To-do-Listen nur einen 24-Stunden-Tag zur Verfügung. Eine effektive Nutzung dieser Zeitspanne wäre also wünschenswert, damit wir alles unter einen Hut bekommen können. Den einen gelingt das, andere schaffen das nie und türmen stattdessen hohe Berge unerledigter Dinge vor sich auf, die immer unübersichtlicher werden. Viele findige Experten haben sich Maßnahmen ausgedacht, wie man die effektive Zeitausnützung hinbekommt. Das hier im Folgenden vorgestellte DISG-Modell zeigt, welche Personen es schaffen, und wie sie es schaffen, mit ihrem Zeitmanagement klarzukommen.

Was versteht man unter dem DISG-Modell?

Die Buchstaben DISG, die den Namen des Modelles bilden, sind eine Abkürzung für die englischen Begriffe der vier Grundtypen der Persönlichkeit: Dominanz, Initiative, Stetigkeit und Gewissenhaftigkeit. Diese Typologie geht zurück auf William Moulton Marston, der 1928 durch die Beobachtung verschiedener Gefängnisinsassen in Texas, deren Verhalten in diese Gruppen unterteilte.

Zunächst nannte er sie „dominance“, „submission“, „acquisitiveness“ und „creation“, doch dann ersetzte er sie durch „inducement“ und „compliance“. Der endgültige Name kam durch die Kombination mit diesen neu gefundenen Begriffen zustande.

Diese vier Begriffe stehen für die vier Hauptverhaltensmuster der Menschen, die entweder dominant, initiativ, stetig oder gewissenhaft arbeiten. John G. Geier hat aus dieser Zuordnung Marstons einen Persönlichkeitstest entwickelt, bei dem man selbst herausfinden kann, welcher Persönlichkeitsgruppe man am ehesten entspricht. Dieser ist online und bei zertifizierten Trainern erhältlich.

Dadurch kann man feststellen, wie man auf eine bestimmte Herausforderung – in diesem Fall das Zeitmanagement – reagiert. Andere Autoren haben das DISG-Modell sowie die Fragebögen und Zuordnung im Laufe der Zeit angepasst und abgewandelt. Je nach Autor gibt es zwischen 12 und 20 verschiedenen Mischtypen aus den o. g. Eigenschaften.

Das DISG-Modell ist äußerst beliebt und leicht auswertbar, steht jedoch bereits seit den 1960er Jahren in der Kritik, dass eine solche Typisierung von Charakteren keinen klaren Nutzen im Sinne von bestimmten empfohlenen Handlungsweisen für den jeweiligen Typ liefert. In den USA wurde daher bevorzugt auf die Kompetenzorientierung der Mitarbeiter gesetzt, anstatt sie nach dem DISG-Modell zu typisieren.

Beliebter Einsatz für das DISG-Modell als Management-Instrument

Gerade in Firmen, wo unterschiedliche Personen aufeinandertreffen, ist es äußerst wichtig, dass die Abläufe und Prozesse funktionieren. Dies gelingt hauptsächlich durch eine einwandfreie Kommunikation, bei der faktisch diskutiert werden kann. Die Kommunikationskultur ist allerdings von Mensch zu Mensch unterschiedlich und birgt Risiken aufgrund der Eigenarten, die jeder von uns mit sich bringt.

Zum besseren Verständnis und zur Auswertung der Anlagen und der Art und Weise, wie Menschen kommunizieren oder eben nicht kommunizieren, lässt sich hervorragend das DISG-Modell heranziehen, das erklärt, wie die verschiedenen Typen kommunizieren.

Die Unterteilung in verschiedene Typen ist allerdings nicht auf die Kommunikation beschränkt. Das gesamte Verhalten einer Person ist von ihrem Grundtyp abhängig und lässt auch Rückschlüsse darauf zu, wie sie sich in bestimmten Situationen verhält, z. B. wie stressresistent sie ist oder wie gut sie mit schwierigen Situationen klarkommt und natürlich auch, welche Motivationsfaktoren bei ihr wirksam sind.

Wichtig zu wissen ist auch, dass eine Unterteilung in die vier Typen (dominant, initiativ, stetig oder gewissenhaft) nicht abschließend sein kann. Ein so enges Schubladen-Denken funktioniert nicht. Daher muss man berücksichtigen, dass die Menschen von Natur aus Mischtypen sind, die sich – im Rahmen des DISG-Modells – anteilig aus den vier Typisierungen zusammensetzen, wodurch wir 16 verschiedene Haupt- und Mischtypen erhalten.

Eine Einteilung der Mitarbeiter in Persönlichkeitstypen nach dem DISG-Modell ist also besonders hilfreich dabei, sie in ihrer Persönlichkeit besser verstehen und motivieren zu können und sie entsprechend einzusetzen und zu fördern, um effektive Arbeitsergebnisse zu erhalten und Konfliktpotenziale zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren.

Die vier Persönlichkeitstypen nach dem DISG-Modell

Die Idee von William Moulton Marston wurde mehrfach weiterentwickelt, unter anderem vom Psychologen John Geier. Wir erinnern uns an die vier Haupttypen:

Dominanz,

Initiative,

Stetigkeit und

Gewissenhaftigkeit.

Dominanter Typ

Wie jeder der vier Typen verfügt der dominante Typ über gute und schlechte Eigenschaften. Wie die Bezeichnung „dominant“ bereits verrät, tritt er streng und kontrollierend auf, energisch und autoritär. Dies kann auf schwächere Personen bereits einschüchternd wirken. Er agiert eher distanziert und sachlich und ist normalerweise kein Mensch vieler Worte. Kurze und knappe Informationen und möglichst wenig Privates kennzeichnen seinen Gespräche und Anweisungen.

Daher ist er auch eher verschlossen, wenn es um ihn selbst geht. Er ist daher niemand, der enge Beziehungen zu seinem Gegenüber mag. Er bevorzugt die Distanz und die Sachlichkeit und hat gerne alles „von Weitem“ unter Kontrolle.

Dieser Mensch ist durch ein gewisses Machtstreben gekennzeichnet, was er energisch und autoritär angeht, wie oben bereits erwähnt. Er arbeitet oft sehr schnell und ehrgeizig aber auch sehr engagiert und mit viel Einsatz an seinen Zielen – die er oft sehr hoch steckt und die eine gewisse Herausforderung bieten. Dafür ist er auch bereit, ein hohes Risiko einzugehen, was man seiner Selbstüberschätzung zuschreiben könnte.

Er hat aber nicht nur ein Ziel oder ein Projekt, denn er liebt die Abwechslung, und da er gerne die Kontrolle behalten möchte, liebt er auch seine Freiheiten. Trotzdem übernimmt er gerne Verantwortung und Führungsrollen.

Nun kommen wir auch zu seinen Nachteilen: Er ist zwar ehrgeizig und arbeitet hat, aber er ist leider oft sehr ungeduldig und lässt sich nichts vorschreiben. Wo er eingeengt wird, reagiert er im besten Fall nur ablehnend oder frustriert, im schlimmsten Fall aber hochgradig aggressiv. Genau, wie wenn man ihn unter Druck setzt. Seine hohen Ziele verfolgt er rücksichtslos und wenig analytisch, da ihm Methodik und systematische Herangehensweisen überhaupt nicht liegen – ein Minenfeld bei der Zusammenarbeit mit analytisch und kritisch denkenden Menschen!

Initiativer Typ

Der initiative Typ ist hauptsächlich durch seine offene und emotionale Art gekennzeichnet. Mit ihm kann man auch über private Dinge reden, denn er liebt es, offen über Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen. Kommunikation ist eine seiner Lieblingsbeschäftigungen, die er auch dazu nutzt, andere von seinen eigenen Ideen zu überzeugen oder sie zu beeinflussen. Außerdem spricht er insgesamt recht viel und auch viel über sich selbst.

Er mag die Beziehungen zu verschiedenen Personenkreisen und knüpft gerne neue Kontakte. Dabei steht er auch gerne im Mittelpunkt. Daraus zieht er seine Motivation und sein Selbstwertgefühl – die Anerkennung anderer Personen aus seinem persönlichen Netzwerk.

Er ist optimistisch und charmant und kann andere gut motivieren und für seine Ziele gewinnen. Seine Leidenschaft für seine Projekte wirkt bei anderen oft ansteckend. Er ist teamfähig, begeisterungsfähig und kommunikativ und aufgrund seiner vielfältigen Interessen ein interessanter Gesprächspartner und vielseitig einsetzbar. Allerdings ist er manchmal zu optimistisch und kann andere mit seinem Redefluss erschlagen. Wenn es Probleme gibt, tendiert dieser Typ dazu, diese so lange zu ignorieren, bis es nicht mehr geht.

Stetiger Typ

Der stetige Typ ist vor allem harmonisch und angepasst und versucht immer, anderen zu gefallen und es jedem recht zu machen. Er kümmert sich um seine Kollegen oder Partner und tritt bei Konflikten gerne als Schlichter auf. Ansonsten ist er eher zurückhaltend. Aufgrund ihrer freundlichen Art besteht bei diesem Typ stets die Gefahr, von anderen ausgenutzt zu werden. Er empfindet sich selbst auch als schwächer als die anderen und versucht, allem aus dem Weg zu gehen, was sein Harmoniebedürfnis stören könnte, wie zum Beispiel Kritik.

Er ist der ideale Teamplayer, mit dem andere gerne zusammenarbeiten, weil er freundlich, ruhig und hilfsbereit ist. Zudem ist sehr berechenbar und sorgfältig bei der Arbeit, kann aber mitunter unentschlossen sein und sich nicht hart genug durchsetzen. Er überlässt lieber anderen die Führung, als das Kommando zu übernehmen, da er nicht gerne im Mittelpunkt steht. In einem stabilen Umfeld (er hasst Veränderungen) arbeitet er gerne und ist besonders ausdauern und geduldig, bringt oft ein hohes Fachwissen mit. Er fühlt sich wohl, wenn er Routinearbeiten nachgehen kann, die ihn nicht aus dem Konzept bringen.

Gewissenhafter Typ

Der gewissenhafte Typ fühlt sich genau wie der stetige Typ etwas schwächer als seine Kollegen und ist lieber zurückhaltend und distanziert, sogar einzelgängerisch. Dieser Typ versucht, stets alles perfekt zu machen. Aus Konflikten hält er sich gänzlich heraus, zieht sich lieber zurück. Es ist gewissenhaft, sachlich und genau. Ein logischer Denker, der eher angepasst arbeitet und nicht versucht, andere zu beeinflussen und von neuen Ideen zu überzeugen. In seiner Arbeit kann er sich festbeißen wie ein Pitbull und durch sein ausgeprägtes Durchhaltevermögen auch lange und komplizierte Projekte bis zum Ende durchziehen.

Dabei arbeitet er systematisch uns versucht ständig, seinen eigenen Qualitätsansprüchen, die sehr hoch angesiedelt sind, zu genügen. Er ist nicht nur systematisch und ordnungsliebend, sondern denkt auch gerne in Regeln und Normen. Er hinterfragt und analysiert viel bis zur Pedanterie und wägt vor Entscheidungen kritisch ab.

Wie bereits erwähnt, kommen diese vier vorgestellten Typen nicht in ihrer reinen Form vor, sondern treten sehr häufig gemischt auf.


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