• 0228 955 0220

Cookies – in vielerlei Hinsicht nicht vernachlässigen

© senoldo/Fotolia
Cookies

Bisher nutzten fast alle Websites Cookies. Sie sind sehr nützlich, um verschiedene Parameter zu messen. Die Palette reicht von der Erfassung der wiederkehrenden Nutzer bis hin zur Abrechnung der Interaktionen mit der eingeblendeten Werbung.

Doch es gibt verschiedene Arten dieser Mini-Dateien, die den Betreibern von Websites in Zukunft erhebliche Probleme bereiten können.

Wo finden sich Regelungen zur Anwendbarkeit von Cookies?

Die gesetzliche Grundlage für die legale Verwendung der Cookies stellt aktuell noch die EU-Richtlinie 2009/136/EG dar. Allerdings müssen ergänzend die Regelungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung berücksichtigt werden. Demnächst kommt noch eine Neufassung der ePrivacy-Richtlinie hinzu, mit welcher die Verordnung 2002/58/EG abgelöst wird.

Wenn diese in Kraft tritt, reicht es nicht mehr aus, die Besucher einer Website lediglich zu informieren. Danach wird eine explizite Zustimmung dafür benötigt, dass ein Cookie auf dem Rechner der Besucher hinterlegt wird.

Warum hält die EU den strengeren Umgang mit Cookies für notwendig?

Den meisten Nutzern des Internets ist nicht so richtig bewusst, was ein Cookie überhaupt tut. Sie freuen sich nur darüber, dass die Cookies eine Steigerung des Nutzerkomforts bewirken. Das resultiert daraus, dass sie viele erneute Eingaben beim Wiederaufruf einer Website ersparen. Allerdings werden (unbemerkt von den Nutzern) Daten an Dritte übertragen.

Sie landen oft auch im Ausland, wo es nicht so strenge Datenschutzbestimmungen wie in Europa gibt. Genau das soll nach der DSVGO und der ePrivacy-Richtline in Zukunft nur noch bei einer Zustimmung der Nutzer möglich sein.

Der Grund dafür ist, dass Nutzer getrackt werden können. Das heißt, mit den Cookies werden umfangreiche Informationen zum Nutzer und dessen Verhalten gesammelt. Am besten lässt sich das mit dem Cookie erklären, welches bei Google Analytics zum Einsatz kommt. Es erfasst beispielsweise folgende Kriterien:

  • IP-Adresse des Nutzers
  • Herkunftsland des Nutzers
  • Art des Betriebssystems
  • Art des Browsers
  • Bildschirmauflösung
  • Art des Endgerätes

Diese Daten scheinen auf den ersten Blick harmlos zu sein, aber tatsächlich sind sie es nicht. Vor allem Besucher mit selten vorkommenden Bildschirmauflösungen und Geräten können damit gezielt verfolgt werden. Je mehr Parameter einzigartig sind, desto umfangreicher sind die Rückschlüsse, die auf das Verhalten eines einzelnen Nutzers möglich sind.

Ist ein vollständiger Verzicht auf die Cookies möglich?

Theoretisch wäre ein Cookieverzicht machbar, allerdings gestaltet er sich in der Praxis als sehr schwierig. Vor allem die Onlineshops können auf die Cookies nicht verzichten. Sie dienen beispielsweise zur Speicherung von Produkten, die der Kunde ohne Anmeldung in den Warenkorb gelegt hat. Die Speicherung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde sie später tatsächlich bestellt. Deshalb verwenden Onlineshops in der Regel auch ein Cookie, welches eine sehr lange Gültigkeitsdauer hat.

Die zweite Notwendigkeit, ein Cookie zu setzen, resultiert aus dem Monitoring zur Suchmaschinenoptimierung. Hier liefern die kleinen Dateien wichtige Informationen zur Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen. Beispiele dafür sind die Dauer des Aufenthalts auf einer Website sowie die Stellen, an denen die Nutzer eine Website verlassen.

Warum sind Cookies bei der Werbung auf Websites unverzichtbar?

Werbebanner auf Websites sind dann besonders rentabel, wenn sie von vornherein zu den Interessen der Nutzer passen. Dafür sammelt Google selbst Informationen, die aus den letzten Suchanfragen stammen. Genau das lassen die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen in Europa aber nicht mehr ohne explizite Zustimmung zu.

Wer kein Risiko in Bezug auf die Cookie-Richtlinie und die zu erwartende ePrivacy-Verordnung eingehen will, schaltet diese Funktion ab. Das ist bei Google AdSense einfach über die Account-Einstellungen möglich. Die Deaktivierung bewirkt, dass die eingeblendete Werbung ausschließlich vom Thema der Website oder der einzelnen Artikel bestimmt wird.

Ganz ohne Cookies funktioniert das aber nicht, denn sonst wäre keine Abrechnung möglich. Insider befürchten deshalb, dass die Bannerwerbung nach dem Inkrafttreten der ePrivacy-Verordnung vorübergehend von den Websites gänzlich verschwinden könnte. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch.

Gibt es zuverlässige Plugins für Content Management Systeme?

Für die Erfüllung der aktuellen Informationspflicht steht beispielsweise für WordPress eine ganze Reihe guter Plugins zur Auswahl. Viele Programmierer haben ihre Plugins bereits an die Datenschutz-Grundverordnung und die neue ePrivacy-Richtline angepasst. Doch die Praxis zeigt, dass es dort einige Lücken gibt.

Vor allen die von Google Analytics verwendeten Cookies lassen sich häufig nicht deaktivieren. Bei Cookie-Plugins für andere Content Management Systeme zeigt sich das gleiche Problem. Das heißt, hier besteht noch ein erheblicher Verbesserungsbedarf.

Deshalb haben mehrere amerikanische Zeitungen Nutzern aus Europa nach dem Inkrafttreten der DSGVO den Zugriff auf ihre Online-Ausgaben vollständig gesperrt.

Werden die neuen Regelungen zu den Cookies das Internet verändern?

An einer Stelle spielt die Europäische Union mit den Neuregelungen Google in die Hände. Gezielte Manipulationen bei der Suchmaschinenoptimierung werden dadurch erheblich erschwert. Der Grund ist die mit den Cookies entfallende Möglichkeit der schnellen Prüfung des Erfolgs. Das Cookie eines Dritten wird zum „heißen Eisen“, das viele Websitebetreiber umgehen möchten.

Vor allem bei den Werbeeinblendungen ist es schwierig bis unmöglich, die Art der genutzten Cookies zu steuern. Wer den Nutzern die vollständige Blockade ermöglicht, muss nach aktuellem Kenntnisstand auf Teile der Werbeeinnahmen verzichten.

Die einzige Alternative sind direkte Produktlinks, bei denen man lediglich Kennungen des Seitenbetreibers übermittelt. Das kommt Google entgegen, denn dort wird eine Überflutung mit Werbeeinblendungen bereits als Negativ-Kriterium gewertet. Der Grund ist, dass in den letzten Jahren der Nutzerkomfort immer weiter in den Vordergrund rückte.

Kann die ePrivacy-Richtlinie die Zahl der Website schrumpfen lassen

Die Wahrscheinlichkeit für ein solches Szenario ist sogar sehr hoch. Ursache ist die hohe Zahl von Websites, die eigens zum Zwecke der Erzielung von Werbeeinnahmen eingerichtet wurden. Entfallen durch den strengeren Umgang mit den Cookies Teile der Einnahmen, werden diese Websites unrentabel.

Es ist auf jeden Fall anzunehmen, dass viele Besucher die Möglichkeit der Ablehnung von Cookies nutzen werden. Noch stehen nicht genügend alternative Technologien für die Abrechnung zur Verfügung, von denen die Ansprüche der neuen ePrivacy-Verordnung erfüllt werden. Das dürfte sich aber sehr schnell ändern.

Der Wegfall der zu reinen Werbezwecken dienenden Websites beschneidet auch die Einnahmen von Google. Deshalb gehen Insider davon aus, dass auch die Technologie von Google AdSense zeitnah überarbeitet wird. An einigen Stellen nutzt man bereits erfolgreich andere Technologien.

Ein Beispiel dafür sind die Zählmarken der VG Wort. Aber Fakt ist, dass die neuen Cookie-Richtlinien die Bezahlsysteme für Werbung komplett auf den Kopf stellen werden. Das betrifft hauptsächlich die Entgelte, die innerhalb einer bestimmten Zeit nach dem Erstklick auf Werbebanner für Bestellungen fällig sind.


Das könnte Sie auch interessieren: Kopplungsverbot – das müssen Sie im Rahmen der DSGVO beachten

* Selbstverständlich können Sie den 150 Euro Gutschein sowie eBooks und Leitfäden auch unabhängig von einer Newsletter-Anmeldung anfordern. Schreiben Sie uns dazu bitte eine kurze E-Mail mit Link zu dieser Seite.

Copyright © 2019 [r]evolution. Impressum | Datenschutz