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Vorsicht Burn-out! Das sind die Auswirkungen von Stress und übermäßiger Belastung im Unternehmen

© Erwin Wodicka/Fotolia
Burn-Out

In vielen Unternehmen nehmen die jährlichen Ausfalltage wegen psychischer Erkrankungen zu. Immer öfter ist dabei vom Burn-out (dem Ausgebrannt-Sein) die Rede. Die betroffenen Arbeitnehmer beklagen eine so starke körperliche und emotionale Erschöpfung, dass sie zu nichts mehr in der Lage sind. Meistens werden die Erschöpfungs-Symptome auf Stress und übermäßiger Belastung im Unternehmen zurückgeführt.

Wie sich die Auswirkungen dieser Symptome bemerkbar machen, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Burn-out: So machen sich die Auswirkungen bemerkbar

Die Symptome der Ausgebranntheit zeigen sich an einem Zustand weit vorgedrungener emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung. Die Betroffenen sind kaum imstande, sich zu konzentrieren, so dass ihnen zahlreiche Fehler unterlaufen. Häufig nehmen sie auch an ihrem privaten Leben nicht mehr teil.

Die folgende Darstellung über die Auswirkungen des Burn-outs richtet sich nach dem sogenannten 7-Phasen-Modell von Prof. Dr. Matthias Burisch. Das Modell zeigt die Symptome sowie den klassischen Verlauf beziehungsweise die Entwicklung der Ausgebranntheit auf.

Dabei leiden die Betroffenen jedoch nicht immer an allen sieben Symptomen. Vielmehr ist dies bei den einzelnen Mitarbeitern unterschiedlich. Auch die einzelnen Phasen können in anderer Reihenfolge auftreten, übersprungen werden oder in beide Richtungen wechseln. Aus diesem Grund sind eine exakte Definition und die Abgrenzung zu anderen Leiden, wie etwa der Depression oder dem Stress, alles andere als einfach.

Phase 1: Hoher Einsatz und viel Energie als erste Anzeichen

In den Anfängen eines Burn-outs bewältigt der Mitarbeiter seine Aufgaben regelmäßig mit äußerst hohem Einsatz. Die Gründe für diese Energieleistung können vielfältig sein. Dazu zählen etwa Ehrgeiz oder Idealismus, aber auch Mehrfachbelastungen oder Sorge um den Erhalt des Arbeitsplatzes.

Ein typisches Warnsymptom für die beginnende Erschöpfung ist, dass der Arbeitnehmer nicht mehr abschalten und sich erholen kann. Zugleich hat sich seine Leistungsfähigkeit verringert, so dass er zur Erledigung seiner Aufgaben noch mehr Einsatz erbringen muss. Folge daraus ist, dass der Mitarbeiter sich quasi im Kreis dreht.

Weitere erste Anzeichen sind das Gefühl der Unentbehrlichkeit und der stets fehlenden Zeit. Zudem werden eigene Bedürfnisse ebenso wie Misserfolgen und Enttäuschungen verdrängt. Die sozialen Kontakte des Betroffenen beschränken sich zunehmend auf den beruflichen Bereich.

Die beginnende Erschöpfung äußert sich darüber hinaus in:

  • Energiemangel
  • erhöhter Infektionsanfälligkeit und Unfallgefahr
  • Rastlosigkeit und Schlafmangel

Phase 2: Reduziertes Engagement und Rückzug

Der in den Anfängen erbrachte überzogene Einsatz wechselt mehr und mehr in eine Anspruchshaltung. Der Mitarbeiter erwartet für seine aufgewendete hohe Energie eine Gegenleistung. Bleibt diese aus, ist der Betroffene maßlos frustriert.

Typisch für diese Phase ist die innere Kündigung des Mitarbeiters. Deshalb leistet er nur noch das Nötigste und verbringt möglichst wenig Zeit am Arbeitsplatz. Daneben nimmt die Fähigkeit zum Mitgefühl und zur Anteilnahme für andere Personen ab. Stattdessen herrschen Zynismus und soziale Kälte.

Im familiären Bereich steigen die Anforderungen an den Partner, ohne dass der Betroffene sich um dessen Belange kümmert. Mit den Kindern wird keine Zeit mehr verbracht. Der Mitarbeiter ist dafür zu erschöpft.

Weitere Merkmale des Burn-outs in dieser Phase sind:

  • Aufblühen nach Feierabend und in der Freizeit
  • Gefühle der fehlenden Wertschätzung und Ausbeutung
  • verringertes Engagement und abnehmender Idealismus
  • wachsende Distanziertheit und negative Gefühle bei Kontakten im beruflichen Bereich

Phase 3: Emotionale Reaktionen und Schuldzuweisungen

Wechselt der überzogene Einsatz in Frustration, führt das regelmäßig zu emotionalen Reaktionen beim Betroffenen. Er ist desillusioniert, da die Wirklichkeit nicht so wie von ihm gewünscht ist. Daher meint er entweder, die Umwelt sei daran schuld, was zu Aggressionen führt. Oder er gibt sich selber die Schuld mit der Folge einer depressiven Stimmung.

Aggressive Symptome liegen vor bei:

  • Intoleranz und häufigen Konflikten mit anderen
  • Launenhaftigkeit, Gereiztheit und Ungeduld
  • Schuldzuweisungen bezüglich Arbeitskollegen und Vorgesetzten sowie dem „System“ als solchem
  • Wut und Zorn

Depressive Symptome sind gegeben bei:

  • Angstzuständen
  • Gefühlen der Ohnmacht, Hilflosigkeit und inneren Leere
  • Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit
  • Pessimismus
  • schwindendem Selbstwertgefühl

Phase 4: Abbau der Leistungsfähigkeit

Die Frustration und die emotionalen Reaktionen führen über kurz oder lang zu schlechteren Leistungen und Arbeitsergebnissen. Typisch dabei sind Flüchtigkeitsfehler oder vergessene Termine. Zusätzliche Merkmale der sinkenden Leistungsfähigkeit aufgrund des Burn-outs sind:

  • Ablehnung von Veränderungen
  • abnehmende Kreativität und Schwarz-Weiß-Denken
  • „Dienst nach Vorschrift“
  • Probleme bei der Entscheidungsfindung
  • Unfähigkeit zur Erledigung umfangreicher Aufgaben

Phase 5: Verflachung und Desinteresse

Der Abbau der Leistungsfähigkeit hat einen emotionalen Rückzug zur Folge. Der betroffene Mitarbeiter wird immer gleichgültiger. Er ist desinteressiert, verfolgt seine Hobbys sowie seine Interessen nicht mehr und geht seiner Familie, aber auch den Freunden aus dem Weg. Letztlich ergibt sich aus dem Burn-out zunehmende Einsamkeit.

Phase 6: Psychosomatische Reaktionen

Die hohe psychische Belastung löst auch körperliche Beschwerden beim Betroffenen aus. Teilweise können diese Symptome bereits in der Phase 1 zutage treten. Körperliche Anzeichen für den Erschöpfungszustand sind im Wesentlichen:

  • erhöhter Blutdruck, Herzklopfen und Gefühl der Enge im Brustbereich
  • gestiegene Infektionsanfälligkeit
  • hohe Gewichtszunahme oder -abnahme aufgrund anderer Essgewohnheiten
  • Kopf- und Rückenschmerzen sowie Verspannungen in den Muskeln
  • Schlafstörungen und Alpträume
  • sexuelle Probleme
  • Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
  • zunehmender Konsum von Alkohol, Nikotin und Koffein

Phase 7: Verzweiflung

In der letzten Phase verdichtet sich die empfundene Hilflosigkeit zu einer durchgängigen Hoffnungslosigkeit. Alles ist dem Betroffenen gleichgültig und er kann sich über nichts freuen. Der Mitarbeiter sieht im Leben keinen Sinn mehr und quält sich mit Suizidgedanken. Er leidet an einem schweren Burn-out.

Burn-out: Das sind die Ursachen und Risikofaktoren

Kommt es zur Ausgebranntheit, sind an deren Entstehung außerdem stets als innerer Faktor die Persönlichkeit und als äußerer Faktor die Umwelt mitursächlich. Ferner kann der Erschöpfungszustand jeden treffen. Allerdings sind offenbar zwei Arten von Persönlichkeiten besonders gefährdet.

Dazu gehören einerseits Charaktere mit einem schlechten Selbstbewusstsein, die deswegen eher angepasst, passiv und besonders empfindlich sind. Andererseits zählen zu diesen Charakteren auch äußerst dynamische Personen, die mit hohem Ehrgeiz, Idealismus und Einsatz bestimmte Ziele verwirklichen wollen. Gemeinsam ist beiden Persönlichkeiten, dass sie ihre Emotionen kaum ausdrücken können und nach Anerkennung durch ihr Umfeld streben.

Zu den äußeren Faktoren zählen unter anderem Arbeitsüberlastung, fehlende Anerkennung und bestehende Konflikte mit Arbeitskollegen oder Vorgesetzten. Damit stellen Stress und übermäßige Belastung im Unternehmen ein erhebliches Risiko für einen Burn-out eines Mitarbeiters dar. Um ihn davor zu schützen, sollten frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden, die eine solche Gefährdung des Arbeitnehmers vermeiden.


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