• 0228 955 0220

Unterweisung nach Biostoffverordnung

© Alexander Raths/Fotolia
Biostoffverordnung

§ 18 des Arbeitsschutzgesetzes räumt der Bundesregierung die Möglichkeit ein, im Falle spezieller Gefährdungsarten neue und konkrete Verordnungen zu erlassen. Die Biostoffverordnung ist eben eine so entstandene Verordnung. Sie trat im April 1999 in Kraft. In der Biostoffverordnung kann sich der Arbeitgeber informieren, wie biologische Gefährdungen zu ermitteln und welche Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind. Des Weiteren regelt die Verordnung natürlich auch bis ins Detail, wie eine Unterweisung der Mitarbeiter auszusehen hat.

Die Basis der Unterweisung nach der Biostoffverordnung

  • Die Basis einer Unterweisung nach der Biostoffverordnung ist immer eine Gefährdungsbeurteilung. Außerdem muss diese immer vor der Aufnahme der Tätigkeit durchgeführt werden.
  • In der Unterweisung müssen alle mit der Tätigkeit verbundenen Gefahren aufgeführt werden. Einschließlich der erforderlichen Verhaltensregel und/oder Schutzmaßnahmen. Natürlich dürfen entsprechende Anweisungen für die Mitarbeiter, wie sich diese im Falle von Betriebsstörungen oder Unfällen zu verhalten haben, nicht fehlen.
  • Die Unterweisung muss immer arbeitsplatzbezogen sein. Außerdem hat sie immer mündlich zu erfolgen. Zudem muss die Unterweisung nach der Biostoffverordnung jährlich wiederholt werden.
  • Datum, Uhrzeit und Inhalt der Unterweisung sind schriftlich festzuhalten und durch Unterschrift des Unterwiesenen zu bestätigen.

Was sind biologische Arbeitsstoffe?

In der Biostoffverordnung ist der Begriff „biologische Arbeitsstoffe“ genau definiert. Bei biologischen Arbeitsstoffen handelt es sich um Mikroorganismen, die

  • beim Menschen Infektionen hervorrufen können.
  • eine toxische oder sensibilisierende Wirkung auf dem Menschen haben.

Beispiele für biologische Arbeitsstoffe: Prionen, gentechnisch veränderte Mikroorganismen, Bakterien, Pilze, Viren usw.

Was ist der Unterschied zwischen einer gezielten und nicht gezielten Tätigkeit?

Die Biostoffverordnung wurde ursprünglich aus der europäischen Richtlinie 90/679/EWG entwickelt. Denn diese bezog sich nur auf die Biotechnologie in der mit Mikroorganismen gearbeitet wird. Bei der Biostoffverordnung wurden aber alle Tätigkeiten bedacht, die dazu führen können, dass die Mitarbeiter mit Mikroorganismen in direkten oder indirekten Kontakt kommen.

Welche Rolle spielt die Gefährdungsbeurteilung für die Unterweisung nach der Biostoffverordnung?

Die §§ 5-8 beschreiben die Verpflichtung des Arbeitgebers zur Gefährdungsbeurteilung. Außerdem geben sie Hinweise darauf, wie diese auszulegen ist. Denn die zu treffenden Schutzmaßnahmen unterscheiden sich abhängig davon, ob es sich um eine gezielte oder nicht gezielte Tätigkeit handelt.

Wissenswert: Die Gefährdungsbeurteilung gezielter Tätigkeiten ist einfacher durchzuführen, da die Spezifikation und die Risikogruppe nach § 3 der Biostoffverordnung bekannt sind. Auch bei nicht gezielten Tätigkeiten ist die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung Pflicht. Allerdings gestaltet sich die anschließende Beurteilung etwas komplizierter, da weder das Spektrum noch die Menge vorhandener Mikroorganismen nicht eindeutig zu charakterisieren ist.

Wie muss eine Unterweisung nach der Biostoff-Verordnung aussehen?

  • Überschrift: Unterweisung nach § 12 Biostoffverordnung
  • Als nächstes sind der Arbeitsbereich und die Tätigkeit zu nennen. Dann sind alle Gefahren für Menschen und Umwelt aufzuführen. Daraufhin folgt eine Aufschlüsselung aller Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen. Legen Sie hier alle Verhaltensregeln fest, die im Gefahrenfall einzuhalten sind.
  • In der Unterweisung dürfen natürlich eventuelle Erste-Hilfe-Maßnahmen nicht fehlen, die im Ernstfall zu ergreifen sind.
  • In die Unterweisung nach § 12 der Biostoffverordnung gehört natürlich auch der Teil, der genau darüber informiert, wie eine fach- und sachgerechte Entsorgung der Biostoffe aussehen muss.

Das könnte Sie auch interessieren: Kategorie Arbeitssicherheit – Unterweisung

* Selbstverständlich können Sie den 150 Euro Gutschein sowie eBooks und Leitfäden auch unabhängig von einer Newsletter-Anmeldung anfordern. Schreiben Sie uns dazu bitte eine kurze E-Mail mit Link zu dieser Seite.

Copyright © 2019 [r]evolution. Impressum | Datenschutz