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Was ist Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)?

© Erwin Wodicka wodicka@aon.at/Fotolia
Betriebliches Gesundheitsmanagement

Krankheitsbedingte Ausfälle mindern nicht nur die Arbeitsleistung in einem Unternehmen, sondern sorgen auch für sehr hohe Kosten bei Betrieben und den Krankenversicherungen. Darüber hinaus können nur gesunde Mitarbeiter effektiv arbeiten und werden den Arbeitsplatz gerne aufsuchen. Durch Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) sind daher Maßnahmen zu ergreifen, durch welche die Beschäftigten im Unternehmen gesund bleiben. Zusätzlich soll das Bewusstsein für die eigene Gesundheit gestärkt werden.

Die Arbeit ist genau wie die Organisation und das Verhalten der Mitarbeiter gesundheitsfördernd zu gestalten. Der Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Rahmenbedingungen bei der Arbeit gesundheitsfördernd und nicht schädigend auszurichten. Unter Betrieblichem Gesundheitsmanagement sind somit verschiedene Maßnahmen zu verstehen, die das Bewusstsein für die Gesundheit genau wie die Rahmenbedingungen dafür stärken sollen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement: eine Definition

Betriebliches Gesundheitsmanagement meint verschiedene Maßnahmen in einem Betrieb, die zur Verbesserung der Gesundheit der Beschäftigten führen sollen. Die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter soll zum einen erhöht werden. Zum anderen besteht das Ziel des BGM in der Reduzierung der Krankheitstage und Ausfälle durch Fehlstunden. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement meint somit Analysen der aktuellen Situation wie Programme, die zu einer besseren Gesundheit führen sollen. Die genaue Umsetzung ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich und hängt in der Regel mit den vorhandenen Bedürfnissen vor Ort zusammen.

Das Ziel des BGM ist somit zweigeteilt: Einerseits sollen die betrieblichen Rahmenbedingungen so aufgestellt sein, dass sie die Gesundheit der Mitarbeiter fördern und nicht verschlechtern. Andererseits wird das Bewusstsein der Mitarbeiter für den Erhalt der eigenen Gesundheit stark geschult. Damit können durchaus auch Sportkurse und Ernährungsseminare gemeint sein. Betriebliches Gesundheitsmanagement wird grundsätzlich als ein Bestandteil der meisten mittelgroßen bis großen Unternehmen angesehen. Nicht zu verwechseln ist das Gesundheitsmanagement mit den Maßnahmen, die zum Arbeitsschutz ergriffen werden. Vielmehr geht das BGM schon ein wenig über diese klassischen Maßnahmen zum Arbeitsschutz hinaus.

Die gesetzliche Grundlage vom Betrieblichen Gesundheitsmanagement

Beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement handelt es sich um freiwillige Maßnahmen des Arbeitgebers. Es besteht somit keine gesetzliche Verpflichtung, diese Maßnahmen umzusetzen und den Arbeitsplatz anders zu gestalten. Allerdings ist das BGM als Weiterführung des Arbeitsschutzes gekennzeichnet. Das seit 1996 geltende Arbeitsschutzgesetz ist bindend für den Arbeitgeber und muss somit unbedingt eingehalten werden. BGM ist aber ein ganzheitlicher Ansatz und geht deutlich über die Gesetze zum Arbeitsschutz hinaus. Spezielle Förderungen unterstützen Betriebe dabei, sinnvolle Maßnahmen zusammen mit den Mitarbeitern umzusetzen. Auf diese Weise besteht für die Betriebe ein größerer Anreiz zur Umsetzung der Maßnahmen für die Mitarbeiter.

Das Arbeitsschutzgesetz gilt seit 1996 bindend für alle Arbeitgeber und dient dem Schutz aller Beschäftigten. Das schließt auch Beschäftigte im öffentlichen Dienst mit ein. Es sind einmal Vorkehrungen für gefährliche Arbeitsbereiche zum Schutz zu treffen. Außerdem muss eine regelmäßige Unterweisung hinsichtlich der Sicherheit und des Arbeitsschutzes der Beschäftigten erfolgen. Betriebliches Gesundheitsmanagement denkt somit ein wenig über das Arbeitsschutzgesetz hinaus und hat höhere Ziele.

Das Ziel des BGM in Unternehmen

Gesunde und motivierte Mitarbeiter mit möglichst wenigen Krankheitstagen sind das oberste Ziel des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Nur diese sorgen dafür, dass ein Unternehmen leistungs- und wettbewerbsfähig bleibt. Eine hohe Krankenquote schadet bei diesem Vorhaben enorm und erzeugt sehr hohe Kosten. Von daher wird überlegt, welche Maßnahmen für das Erreichen dieses Ziels erforderlich sind.

Die Unterstützung und Förderung der Gesundheit haben zur Folge, dass die Mitarbeiter weniger Tage fehlen. Darüber hinaus ist die Leistungsfähigkeit größer und das persönliche Wohlbefinden steigt ebenfalls an. Leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter melden sich darüber hinaus auch seltener in solchen Fällen krank, wo der Wille zur Arbeit einfach nicht so groß ist.

Umsetzung des BGM in der Praxis

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die zum BGM zählen und Förderung von den Unternehmen erhalten. Dazu gehören gezielt organisierte Gesundheits- und Fitnesstage. Im Rahmen solcher Tage oder bei Sportkursen soll sich die Belastungen der Arbeit minimieren. Eine gesunde Ernährung und Sport stärken in jedem Fall die Gesundheit. Genau an diesem Punkt setzt das BGM mit seinen Maßnahmen an.

Weitere wichtige Maßnahmen sind ein gesundes Verhalten in stressigen Zeiten inklusive der Förderung eines gesunden Führungsstils der Mitarbeiter in gehobenen Positionen. Die Suchtprävention in Form von Beratungen rund um den Konsum von Zigaretten, Alkohol und Drogen gehört ebenfalls mit zu den Maßnahmen des BGM. Massagen und andere Maßnahmen zur Reduzierung von Stress und Verspannungen gehören ebenfalls zur Prävention. Kurse für mehr Organisation und für eine einfachere Kombination von Beruf und Privatleben stellen ebenfalls häufig angebotene Maßnahmen dar.

Einige klassische Maßnahmen des BGM:

  • Fitnesstage im Unternehmen
  • Gezielte Seminare zur Verbesserung der Führung durch die Mitarbeiter
  • Suchtprävention
  • Gesundheitstage des Betriebes
  • Sport- und Fitnessprogramme für die Beschäftigten
  • Eine Analyse des aktuellen Gesundheitszustandes

Ziele der einzelnen Maßnahmen

Es geht beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement gar nicht in erster Linie um eine Beseitigung von bereits vorhandenen Krankheiten, egal ob körperlicher oder psychischer Art. Vielmehr ist das Wissen zu vermittelt, sich selbst um die eigene Gesundheit zu bemühen und ideale Rahmenbedingungen für einen gesunden Körper zu schaffen. Die Prävention sorgt schließlich dafür, dass es gar nicht erst oder nicht so schnell zu einem Ernstfall kommt. Die Einstellung der Mitarbeiter soll sich zu den Themen Gesundheit, Sport und zum eigenen Verhalten ändern. Auf diese Weise kann das BGM weit über den reinen Arbeitsschutz hinaus dabei helfen, dass die Mitarbeiter gesund bleiben und sich aktiv um die Gesundheit kümmern.

Mittlerweile ist vielen Menschen und Angestellten bewusst, dass ein Leben mit wenig oder gar keiner Bewegung, viel Stress, wenig Schlaf und einer ungesunden Ernährung zu negativen Folgen der Gesundheit führt. Vor allem der Stress und die fehlende Bewegung sind im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements gezielt anzugehen. Doch auch bei der Ernährung und bei der Einstellung zu anderen Einflüssen wie Zigaretten und Alkohol kann jeder Betrieb Maßnahmen zum Umdenken ergreifen.

Damit ist Betriebliches Gesundheitsmanagement weit mehr als ein theoretischer Ansatz. Vielmehr geht es um eine ganzheitliche Umsetzung von sinnvollen Maßnahmen zum Erhalt der Gesundheit und zur Prävention von Krankheiten. Ein großes Ziel wäre damit nicht nur ein Umdenken der Mitarbeiter, sondern natürlich auch eine deutliche Reduzierung der Krankheitstage. Die bessere Leistungsfähigkeit und eine größere Zufriedenheit sind ebenfalls wichtig, damit die Anstrengungen des BGM wirklich Erfolge zeigen.


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