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Betrieblicher Brandschutz: Sicherheitsrisiken reduzieren und umgehen

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betrieblicher Brandschutz

Präventive Maßnahmen als privater und betrieblicher Brandschutz haben in Deutschland auch in der Gesetzgebung schon eine lange Tradition. Die ersten verbindlichen Regelungen erließ Pfalzgraf Karl IV bereits im Jahr 1772. Er verbot in den Bauordnungen beispielsweise den Bau von Schornsteinen aus Holz sowie die Durchführung von Ofenrohren durch Fenster. Ursache waren die zahlreichen Brände, bei denen ganze Stadtteile vernichtet wurden.

Wo beginnt ein betrieblicher Brandschutz im 21. Jahrhundert?

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Normen, die bei der Brandverhütung und Brandbekämpfung zu beachten sind. Danach startet betrieblicher Brandschutz bereits bei der Konstruktion der Fabrik- und Bürogebäude. Entsprechende Vorgaben finden sich beispielsweise in der Norm DIN 18230, welche für Industriebauten aller Art gilt. Sogar die Verteilung der Bebauung mit Blick auf die Brandprävention ist in Deutschland genau geregelt. Das resultiert aus der DIN 14090, die angibt, welche Freiflächen für Feuerwehreinsätze bereitgehalten werden müssen.

Warum ist der Brandschutz im Betrieb auch für Maschinen geregelt?

Aus der intensiven Brandursachenforschung leiten sich weitere Maßnahmen für den präventiven Brandschutz ab. Das zeigt ein Blick auf die Norm DIN EN 13478:2001, die sich mit der Sicherheit von Maschinen beschäftigt. Nicht nur in einer Gießerei gibt es eine enorme Wärmeentwicklung, sondern auch von Drehmaschinen und ähnlichen Systemen können erhebliche Brandrisiken ausgehen. Beispiele dafür sind glühende und heiße Späne, die durch die Gegend gewirbeln. Deshalb dürfen sich keine leicht entzündlichen Materialien in der Umgebung solcher Maschinen befinden.

Betrieblicher Brandschutz: Warum ist Arbeitsschutzkleidung so wichtig?

Das wichtigste Anliegen bei der Brandprävention ist die Minderung von Risiken für die Gesundheit und das Leben des Menschen. Deshalb gehören zur Kategorie betrieblicher Brandschutz auch einige Vorschriften aus dem Arbeitsschutzgesetz sowie Vorgaben der Berufsgenossenschaften. Unternehmer müssen danach einerseits darauf achten, dass bestimmte Arbeiten nur von besonders qualifizierten Mitarbeitern durchgeführt werden. Schweißarbeiten sind nur ein Beispiel dafür. Andererseits ist für zahlreiche Arbeiten das Tragen spezieller Schutzkleidung vorgeschrieben. Feuerhemmende Schutzkleidung soll verhindern, dass Mitarbeiter durch brennende Kleidung zu Schaden kommen oder die Flammen an der Kleidung zur Ursache eines Großbrands werden.

Warum muss der betriebliche Brandschutz auch Gefahrstoffe beachten?

In der Gefahrstoffverordnung sind Regelungen enthalten, welche für die Brandprävention äußerst wichtig sind.  Vor allem die Abschnitte 3 und 4 sind interessant. Aus der Gefährdungsbeurteilung nach Paragraf 6 der Gefahrstoffverordnung leiten sich die Anforderungen ab, die bei der Lagerung, dem Transport und der Anwendung von Gefahrstoffen zu beachten sind. Dort wird auch der Tatsache Rechnung getragen, dass einige Stoffe leicht entzündlich sind und andere Stoffe Brände durch ihre explosiven Eigenschaften auslösen können. Präventive Brandschutzmaßnahmen im Betrieb können deshalb auch die Kühlung von Verbrauchsmaterialien erfordern.

Weshalb sind Brandschutzunterweisungen unverzichtbar?

Noch immer sind sich viele Menschen leider der Tatsache nicht bewusst, dass auch kleine Nachlässigkeiten einen Großbrand auslösen können. Deshalb ist die ständige Analyse des Verhaltens der Mitarbeiter durch die Brandschutzbeauftragten wichtig. So können Fehler frühzeitig erkannt und durch eine Aufklärung verhindert werden. Die einfachste Handlung, bei welcher ein betrieblicher Brandschutz eingreifen muss, ist der Anschluss zu vieler Elektrogeräte an eine Steckdosenleiste. Dadurch steigt das Risiko eines durch Überlastungen verursachten Schmorbrandes und in der Folge eines Kurzschlusses deutlich an. Vorbeugung ist hier bereits durch eine kluge Planung möglich, indem eine ausreichende Zahl fest installierter Wandsteckdosen bereitgestellt wird.

Wann und wo sind Rauchverbotszonen beim Brandschutz im Betrieb sinnvoll?

Es sind eine ganze Reihe sehr einfacher Dinge, mit denen das Brandrisiko im Betrieb zu senken ist. Das beginnt bereits bei der Nutzung metallener Papierkörbe in den Sanitärbereichen. Dort sind viele Raucher oft heimlich unterwegs und nicht jeder Mitarbeiter ist so schlau, seine Kippe wenigstens in die Toilette zu werfen. Bei einem metallenen Papierkorb (möglichst mit Deckel) bleibt ein Feuer in der Regel auf den Papierkorb beschränkt. Rauchmelder in den Sanitärbereichen helfen dabei, solche Brände frühzeitig zu erkennen. Verstöße gegen das Rauchverbot sind so besser zu erkennen. Dementsprechend können Sie direkt handeln und Strafen verhängen.

Bereiche mit Gefahrstoffen sind grundsätzlich als Rauchverbotszonen auszulegen. Hier erhöht eine permanente Videoüberwachung (beispielsweise mit Weiterleitung an einen Pförtner) die Sicherheit. Außerdem ist sofort ein Rauchverbot in allen Räumen zu verhängen, in denen schnell entzündbare Materialien lagern. Dazu zählen beispielsweise Archive, Papierlager und Holzlager. Ein hochwertiger betrieblicher Brandschutz ist dann gewährleistet, wenn diese Bereiche mit automatisierten Brandmeldeanlagen und Löschsystemen ausgestattet sind.

Welche Ansprüche stellt eine schnelle Feuerbekämpfung?

Zum Brandschutz im Betrieb gehören nicht nur präventive Maßnahmen, durch welche die Entstehung von Bränden komplett verhindert wird. Beim Brandschutz im Betrieb geht es auch darum, aus einem kleinen Feuer keinen Großbrand werden zu lassen. Die Mitarbeiter sind deshalb im Umgang mit den vorhandenen Feuerlöschgeräten zu schulen. Bei den praktischen Übungen lernen Sie die die Angst zu verlieren und bei einem lokalen Feuer selbst beherzt zum Feuerlöscher zu greifen. Allerdings müssen sie auch wissen, ab welchem Stadium eines Feuers sie besser flüchten sollten. Eine Voraussetzung dafür ist natürlich, dass im Ernstfall jeder weiß, wo sich der nächste Feuerlöscher und der nächstgelegene Fluchtweg befinden. Genau das gehört deshalb zum Basisinhalt einer jeden Brandschutzbelehrung.

Welche weiteren Maßnahmen verbessern den Brandschutz im Betrieb?

Einen wichtigen Beitrag zur Brandprävention können außerdem die im Betrieb tätigen Einkäufer leisten. Sie sollten als Ausstattung für das Unternehmen grundsätzlich nur Geräte kaufen, welche das GS-Zeichen mitbringen. Dann ist gewährleistet, dass alle Anforderungen des Paragrafen 21 des deutschen Produktsicherheitsgesetzes erfüllt werden. Bei Elektrogeräten aller Art wäre ergänzend ein Blick auf das VDE-Prüfzeichen sinnvoll.

Für die Verwendung von privat mitgebrachten Elektrogeräten sollte aus Brandschutzgründen im Betrieb ein Komplettverbot gelten. Das betrifft beispielsweise Lüfter und ähnliche Dinge. Sie benötigen oft eine hohe Leistung, welche bei der Kalkulation der Lastverteilung bei den Elektroinstallationen nicht unter Berücksichtigung standen. Mit Blick auf die Brandprävention ist es außerdem sinnvoll, das Anzünden von Kerzen und Räucherkerzen in allen Räumen zu verbieten, auch wenn die Durchsetzung vor allem in der Vorweihnachtszeit schwierig ist.

Wie kann man Unbefugte aus bestimmten Zonen ausgrenzen?

In vielen Bereichen von Betrieben ist das Brandrisiko deutlich erhöht. Das können beispielsweise Räume sein, in denen mit explosiven oder schnell entzündbaren Chemikalien gearbeitet wird. Dort ist der Zugang nur geschultem Personal zu ermöglich. Das heißt, zum Brandschutz im Betrieb gehören letztlich auch intelligente und sichere Zugangskontrollen. Am besten geeignet sind Systeme, die mit einem Fingerprint oder einem Iris-Scan arbeiten. Bei ihnen bekommen Unbefugte auch dann keinen Zugang, wenn sie einem Mitarbeiter den Schlüssel oder eine Zugangskarte mit Chip oder Magnetstreifen stehlen.


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