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Wie wird ein Arbeitszeugnis richtig gelesen?

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Arbeitszeugnis

Der Arbeitgeber ist seitens des Gesetzgebers dazu verpflichtet ist, ein wohlwollendes Arbeitszeugnis auszustellen. Hierdurch hat sich so etwas wie eine eigene Zeugnissprache unter den Personalern entwickelt.

Arbeitszeugnis: Auf diese Details müssen Sie achten!

#1 Verdächtige Aussagen

Achtung: Sobald im Zeugnis Aussagen stehen, die für den jeweiligen Beruf völlig normal sind, sollten Sie hellhörig werden!

Ein Beispiel: Steht im Arbeitszeugnis einer Verkäuferin, dass sie besonders

  • freundlich
  • ehrlich
  • oder pünktlich war,

können Sie davon ausgehen, dass sie das eben nicht war. Wer erwähnt schon im Arbeitszeugnis Dinge, die für diesen oder jenen Beruf eigentlich selbstverständlich sind?

#2 Grußformel

Achtung: Ihnen fällt im Arbeitszeugnis Ihres Bewerbers auf, dass die Grußformel fehlt. Wie zum Beispiel „Wir wünschen dem Arbeitnehmer viel Glück auf seinem weiteren Lebensweg!“ Dann ist etwas nicht in Ordnung.

Hinweis: In so einem Fall können Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es zu üblen Streitigkeiten zwischen dem Arbeitnehmer und seinem vorherigen Arbeitgeber kam. Normalerweise ist es nämlich üblich und eine Frage des Anstands, dass der alte Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer beim Ausstellen des Arbeitszeugnisses viel Glück auf dem weiteren Lebensweg wünschen.

#3 Formulierungen

Spezielle Formulierungen, die man im Arbeitszeugnis findet, sind als Hinweis zu verstehen, dass der Arbeitnehmer über Eigenschaften verfügt, die für Sie ein Problem darstellen könnten.

Beispiel: Wird zum Beispiel der Begriff „gesellig“ verwendet, können Sie davon ausgehen, dass der Mitarbeiter gerne etwas zu viel trinkt. Steht im Arbeitszeugnis, dass der Mitarbeiter äußerst kommunikativ ist, können Sie eher davon ausgehen, dass der Arbeitnehmer entweder eine Petze oder sehr geschwätzig ist. Ist die Rede von einem guten Draht zu den Kollegen des anderen Geschlechts, ist das meist ein Hinweis darauf, dass es zu sexuellen Belästigungen kam.

#4 Reihenfolge von Aussagen

Achtung: Behalten Sie die Reihenfolge der Aussagen, die der alte Arbeitgeber im Arbeitszeugnis trifft, gut im Blick.

Beispiel: Im Arbeitszeugnis ist die Rede davon, dass der Arbeitnehmer äußerst freundlich zu den Mitarbeitern und der Geschäftsleitung war. Dann ist eben genau das, was fehlt, besonders wichtig und vor allem aussagekräftig. In diesem Fall die Info zum Kunden. Man kann also sagen, dass dieser Mitarbeiter in Sachen Kundenfreundlichkeit nicht wirklich geglänzt hat.

Bei der Formulierung des Arbeitszeugnisses wurde neben den Infos zum Verhalten gegenüber Kunden auch die Information zum Verhalten des Arbeitnehmers gegenüber Kollegen weggelassen. Dann bedeutet das, dass Sie es mit einem äußerst unfreundlichen Arbeitnehmer zu tun haben. Wurde nur die Geschäftsleitung weggelassen, dafür aber das Verhalten gegenüber Kunden und Kollegen benannt, können Sie sich sicher sein, dass hier ein Querulant vor Ihnen steht, der zusätzlich noch ein Problem mit Autorität hat.

#5 Kurze Beschäftigungszeiten

Achtung: Sobald Ihnen nur kurze Beschäftigungszeiten im Lebenslauf auffallen und das Arbeitszeugnis des Bewerbers mit entsprechenden Schlagwörtern gespickt ist, ist die Gefahr groß, dass es sich hierbei um einen Mitarbeiter handelt, der zwar eine große Klappe hat, aber nur kaum oder gar keine Leistung erbringt.

Tipp: Sie sind sich unsicher, wie Sie das Arbeitszeugnis zu bewerten haben? Dann können Sie sich natürlich auch mit dem ehemaligen Personalchef in Verbindung setzen. Ihnen sollte allerdings klar sein, dass es auch gehässige Personaler gibt. Die dann auf diese Art und Weise ihrem ehemaligen Arbeitnehmer das Leben schwer machen wollen! Sehen Sie das Arbeitszeugnis immer im Zusammenhang mit dem Lebenslauf, denn so lässt sich vieles erklären!


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